Die sächsischen Tourismusregionen blicken optimistisch auf die beginnenden Ferienmonate. Es sei wichtig, das derzeit herrliche Sommerwetter zu nutzen, um nach dem wetterbedingt schwächeren ersten Halbjahr die Gästezahlen wieder zu erhöhen, sagte die Sprecherin der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS), Ines Nebelung. Für Juli und August melden viele Hotels in Dresden, Leipzig, der Sächsischen Schweiz und dem Erzgebirge bereits gute Buchungslagen, wie eine Umfrage ergab.

Die aktuell vorliegenden Zahlen für die Monate Januar bis April wiesen zuvor mit 1,8 Millionen Gästen im Freistaat ein leichtes Minus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aus. Einen Hauptgrund für die Rückgänge sehen die Touristiker im langen und trüben Winter. In die Sächsische Schweiz kamen in den ersten vier Monaten zehn Prozent weniger Touristen. Auch das Erzgebirge konnte von dem späten Schnee rund um Ostern nicht mehr profitieren und meldete knapp fünf Prozent weniger Gäste als im Vorjahreszeitraum. "Wir haben zwar die Skisaison verlängert, aber das konnte unsere Wintersaison nicht mehr retten", sagt Doreen Burgold vom erzgebirgischen Tourismusverband. Für Juli und August rechnet der Verband mit 175 000 Gästen und etwa einer halben Million Übernachtungen. Familienhotels seien bereits gut vorgebucht. Viele Herbergen rechnen jedoch auch mit vielen Spontanurlaubern. Auf die setzt nach dem Juni-Hochwasser auch das Dresdner Umland.

"Die Hälfte aller Gäste bucht erfahrungsgemäß erst in den letzten vier Wochen", sagt der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz, Tino Richter. Viele Herbergen beeilten sich, nach der Flut schnell wieder zu öffnen, um die Saison in den traditionell starken Monaten Mai bis Oktober doch noch zu retten. "Eigentlich hatten wir im Juni so gute Vorbuchungsstände wie noch nie, doch dann kam das Hochwasser dazwischen", so Richter.

Die Landeshauptstadt rechnet nach Zuwächsen in den ersten vier Monaten für den Sommer mit einem leichten Rückgang. "Die Menschen sind vor allem durch die Hochwasserberichterstattung verunsichert und entsprechend zurückhaltend", sagte der Manager des Dresdner Hotels Taschenbergpalais Kempinski.

Nur den Leipzig-Touristen scheint das Wetter nichts ausgemacht zu haben. Nachdem sich 2012 mit einem Anstieg der Gästeankünfte um mehr als zehn Prozent auf 1,34 Millionen bereits als Rekordjahr erwies, ging das Wachstum 2013 weiter. "Wir sind selbst positiv überrascht", sagt Andreas Schmidt von der Leipziger Tourismus Marketing GmbH. Bei 6,3 Prozent mehr Gästen und 8,3 Prozent mehr Übernachtungen in den ersten vier Monaten seien zahlreiche Großveranstaltungen wie die Berufe-WM "World Skills" und die Festwochen zu den 200. Jubiläen von Richard Wagner und der Völkerschlacht noch gar nicht eingerechnet.