Fast drei Viertel der Unternehmen in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz sehen in der Tourismuswirtschaft den Hoffnungsträger für die Region nach der Braunkohle. Die Themen erneuerbare Energien, stoffliche Nutzung der Kohle, Ausbau von Chemie- und Kunststoffindustrie sowie Ansiedlung von Forschungsinstituten rangieren weit dahinter.

Für die Industrie- und Handelskammern (IHK) Cottbus und Dresden, die den Lausitz-Report nach Antworten von mehr als 600 Betrieben der Region erstellt haben, ist dieses Ergebnis überraschend. "Das wird nicht die Lösung für die Region sein", betont bei der Vorstellung der Umfrage in Geierswalde der Dresdner Hauptgeschäftsführer Detlef Hamann, wenngleich der sich entwickelnde Tourismus etwa im Seenland enorm wichtig sei.

Für Wolfgang Krüger, den Cottbuser Hauptgeschäftsführer, "muss die Lausitz weiter als Industrieregion verankert bleiben". Wertschöpfung und Wohlstand seien damit unmittelbar verbunden. "Die Lausitz nur als Freizeit-Region - das funktioniert nicht", erklärt Krüger.

Um den für die kommenden Jahrzehnte angelegten Prozess zu führen, beabsichtigt die IHK Cottbus mit mehreren Partnern ein Innovations-Gremium zu gründen. Vor dem Hintergrund des Verkaufs der Vattenfall-Braunkohlesparte hofft er noch möglichst lange auf ein Bergbau führendes Unternehmen in der Lausitz. "Jedes Jahr hilft uns auf dem Weg des Strukturwandels und aus der Abhängigkeit von der Kohle", erklärt Krüger.