Bei Sanierungsarbeiten am Berliner S-Bahnhof Karlshorst ist am Samstag ein sieben Tonnen schweres Brückenteil abgestürzt. Ein Bauarbeiter starb. Wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte, erlag der Mann im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Er war zunächst ebenso wie ein zweiter Schwerverletzter mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht worden. Ein weiterer Arbeiter erlitt leichtere Verletzungen.

Das Unglück passierte gegen 17.00 Uhr in der Bahnhofsvorhalle, als bei Sanierungsarbeiten das Stahlteil für eine neue Fußgängerbrücke eingehangen werden sollte. Mit Seilwinden sollte das acht Meter lange Stück hochgezogen werden. Es krachte aber herunter. Der Sprecher sagte, möglicherweise habe die Konstruktion nachgegeben.

Passanten waren nicht betroffen. Der Bahnhof war wegen der Sanierungsarbeiten gesperrt. Der Regionalverkehr wurde unterbrochen, Züge umgeleitet. S-Bahnen fuhren wegen der Bauarbeiten nicht am Wochenende.

Mit dicken Holzbohlen stabilisierten Technisches Hilfswerk und Feuerwehr am Abend das Brückenteil, das in der Bahnhofsvorhalle wie eine angelehnte Treppe hing.

Rund 40 Kräfte des Technischen Hilfswerks sowie 30 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Wie es weggezogen werden kann, stand zunächst nicht fest. Die Einsatzkräfte seien zusammen schnell am Unglücksort gewesen, weil sie laut Feuerwehr zuvor ein gemeinsames Treffen hatten.

Auf der Baustelle arbeiteten laut Feuerwehr rund 20 Männer. Ein Psychologe kümmerte sich um die Bauarbeiter, die mit ansehen mussten, wie ihre Kollegen getroffen wurden. Viele seien erschüttert, hieß es.

„Jetzt geht es darum, den Bauarbeitern zu helfen, die erleben mussten, wie ihre Kollegen verunglückten. Das ist jetzt wichtig“, sagte Martin Steuer vom Technischen Hilfswerk der Nachrichtenagentur dpa. Die Polizei sammelte die persönlichen Dinge des toten Bauarbeiters ein.

Ob das Bahnhofsgebäude beschädigt wurde, stand noch nicht fest. Zunächst müsse ein Prüfstatiker die Lage beurteilen, hieß es. Der alte Bahnhof wird seit Monaten von Grund auf erneuert.