Noch im Sommer will der Chef des für Nahost und Zentralasien zuständigen US-Zentralkommandos (CentCom) den Dienst quittieren.
Für die US-Regierung bedeutet die Entscheidung des 57-Jährigen einen Verlust, schließlich soll ihm vom Pentagon der Posten des Stabschefs der Armee angetragen worden sein. Franks führte die US-Armee in den Kriegen gegen die Taliban-Miliz und die Truppen Saddam Husseins ohne größere Verluste zum Sieg. In beiden Konflikten zeigte er sich den Kritikern zum Trotz offen für unkonventionelle Kriegstaktiken - und lag damit richtig. Mit einer Kombination aus Luftangriffen, verdeckten Operationen von Spezialkräften sowie Allianzen mit einheimischen wie ausländischen Oppositionsverbänden wurden die Gegner innerhalb kurzer Zeit geschlagen.
Trotz seiner zentralen Rolle im Feldzug gegen den Terrorismus und "Schurkenstaaten" war Franks kein Star der Medien - ganz anders als sein Vorgänger Norman Schwarzkopf, der als Oberkommandierender im Golfkrieg 1991 den großen Auftritt vor der Weltöffentlichkeit sichtlich genoss. Aber auch Franks kam nicht umhin, im Laufe der Monate immer öfter vor die Kameras zu treten. Dabei beschränkte sich Franks auf die sachliche Wiedergabe militärischer Zusammenhänge. In der Öffentlichkeit fühle er sich nach wie vor nicht wohl, sagte er. Soldaten seien darauf "nicht gut vorbereitet".
Mehr Erfahrung als in der PR-Arbeit hat Franks im Kriegshandwerk. Der hoch gewachsene Mann mit den kantigen Gesichtszügen kämpfte in Vietnam, wo er dreimal verwundet wurde. Und auch im vorigen Golfkrieg war er dabei.
Der Vier-Sterne-General blickt auf 36 Jahre in der US Army zurück. Das Studium an der Universität Texas brach er Mitte der 60er-Jahre ab, um die Offizierslaufbahn einzuschlagen. Bald danach ging er nach Vietnam. Das Studium holte er später nach. Seit 1995 war er General, von Juli 2000 an Kommandeur des CentCom.
Franks ist ein burschikoser und bodenständiger Typ. Er nennt sich selbst einen "guten alten Jungen aus Texas" und pflegt den gedehnten Akzent und die derbe Sprache seines Heimatstaates. Mit seinen Flüchen kam er in der Truppe gut an. Franks könne sehr gut mit jungen Soldaten umgehen, sagt ein mit ihm befreundeter General. "Er spricht ihre Sprache, er versteht ihre Sprache." Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst wird Franks wohl wieder mehr Zeit für seine Lieblingsbeschäftigungen haben: In seiner Freizeit trägt er gerne Cowboystiefel, raucht Zigarren und trinkt Margaritas.
Privat soll der Familienvater und Großvater übrigens gar nicht so raubeinig sein. Seine Enkelkinder haben ihm den Spitznamen "Pooh" verpasst - nach dem Kuschelbären Winnie the Pooh. (AFP/roe)