Mehr als 23 Jahre liegt der Mord an der damals 16-jährigen Andrea Lohagen zurück. Nun konnte der Verdacht gegen zwei Tatverdächtige erhärtet werden. Sowohl die Polizei als auch die Staatsanwaltschaft sind sich sicher, das Verbrechen aufgeklärt zu haben.

Laut Staatsanwaltschaft Potsdam und Polizeipräsidium Brandenburg hatten sich bereits damals Verdachtsmomente gegen zwei zur Tatzeit 13- und 14-Jährige ergeben, Andrea getötet zu haben. Sie gerieten bereits 1993, unmittelbar nach dem Verschwinden von Andrea und nochmals im Jahr 2000 nach dem Auffinden ihrer Leiche in das Visier der Ermittler. Beide galten damals als letzte Personen, die die junge Frau am Tag ihres Verschwindens gesehen haben müssen. Zudem hatten sie nach Angaben der Polizei unmittelbare Bezüge zum späteren Leichenfundort. Die damaligen Ermittlungen wegen Mordes mussten jedoch mangels Beweisen eingestellt werden.

Im Jahr 2012 wurden die Ermittlungen durch die Mordkommission des Landeskriminalamtes neu eröffnet. Seitdem wurden nochmals intensive Überprüfungen im Umfeld des Opfers und der damaligen Tatverdächtigen durchgeführt.

Im Mai 2016 verstarb der zur Tatzeit 14-jährige Tatverdächtige. Erst nach seinem Tod offenbarten sich Zeugen der Polizei und berichteten, dass er mit ihnen über eine Tatbeteiligung an der Tötung der Andrea Lohagen gesprochen hatte. In diesen Gesprächen belastete er seinen damals 13-jährigen besten Freund als Mittäter.

Dieser wurde im Oktober 2016 durch Beamte der Mordkommission des LKA zu den Tatvorwürfen gehört. Und zwar als Zeuge, da er im Hinblick auf sein Alter zur Tatzeit als strafunmündig galt und daher auch zum jetzigen Zeitpunkt gegen ihn keine strafrechtliche Verfolgung möglich gewesen wäre. Die Tatbeteiligung seines verstorbenen Freundes bestritt er nicht. Zu seiner eigenen Tatbeteiligung und den Details des Geschehens wollte er erst Aussagen treffen, nachdem er sich mit seiner Familie beraten habe.

Mehrere Stunden nach seiner Vernehmung verließ er jedoch seine Wohnung in Österreich. Der Verdächtige hinterließ einen Abschiedsbrief, weshalb die Familie ihn sofort als vermisst meldete. Drei Tage später wurde er tot in Österreich aufgefunden. Es war Selbstmord.