Dienstagvormittag in einem Mehrfamilienhaus in Bautzen (Sachsen): Anwohner melden sich bei der Polizei, berichten von einem Verbrechen, dass in der Nahbarwohnung stattgefunden haben soll. Die Polizei eilt zum Tatort, kann allerdings nichts mehr ausrichten. Sie finden die Mutter und eines der drei Kinder (2 Jahre alt) in der Wohnung. "Für die 32-Jährige kam jede Hilfe zu spät", teilen Polizei und Staatsanwaltschaft am Nachmittag in einer Pressemitteilung mit.

Parallel setzt die Fahndung ein. Der Ehemann (34) meldet sich selbst telefonisch bei der Polizei. Eine Streife nimmt ihn wenig später im Stadtgebiet fest. "Er leistete keinen Widerstand", erklärt die Polizei. Es folgt eine Befragung durch die Kriminalpolizei.

Die beiden größeren Kinder (7 und 11 Jahre alt) der Familie werden am Mittag von Angehörigen von der Schule abgeholt, bei denen sie sich auch vorerst aufhalten, wie Polizeisprecher Thomas Knaup auf Nachfrage bestätigt. Auch das zweijährige Kind wird in die Obhut der Angehörigen gebracht. "Mitarbeiter des Jugendamtes sowie des Kriseninterventionsteams unterstützen sie", so die Polizei.

Wie die Frau umgebracht wurde und warum der Ehemann sofort in den Fokus rückte - all das wollen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit nicht preisgeben. Sprecher Knaup verweist auf die laufenden Ermittlungen. Auch die Hintergründe der Tat seien noch unklar. Die Staatsanwaltschaft Görlitz hat die rechtsmedizinische Untersuchung des Leichnams angeordnet. "Die Ermittlungen der Mordkommission dauern an", so die Auskunft der Behörde.