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Tödliches Autorennen in Berlin - Raser wegen Mordes verurteilt

Fahrzeugteile liegen am 01.02.2016 in der Tauentzienstraße in Berlin nach einem illegalen Autorennen. Höchststrafe nun für die beiden Angeklagten.
Fahrzeugteile liegen am 01.02.2016 in der Tauentzienstraße in Berlin nach einem illegalen Autorennen. Höchststrafe nun für die beiden Angeklagten. FOTO: Britta Pedersen (dpa-Zentralbild)
Berlin. Mit einem aufsehenerregenden Schuldspruch sind zwei Autoraser nach einem tödlichen Rennen wegen Mordes verurteilt worden. Die beiden Männer im Alter von 28 und 25 Jahren erhielten am Montag im Berliner Landgericht lebenslange Gefängnisstrafen. dpa

Ihnen wurde zudem lebenslang der Führerschein entzogen. Mit dem Urteil folgte das Gericht den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Das Gericht begründete das Urteil für den Todesfahrer und den Fahrer des zweiten Autos mit einem „mittäterlichen Geschehen mit bedingtem Tötungsvorsatz“. Die Männer seien in der Innenstadt mit Vollgas gefahren, um ein Rennen zu gewinnen. Als juristisches Mordmerkmal erkannte das Gericht, dass in diesem Fall die Autos als Tatwaffe ein gemeingefährliches Mittel gewesen seien. Das von der Anklage angeführte Mordmerkmal niedriger Beweggründe sahen die Richter nicht.

Die beiden Raser hatten in der Nacht zum 1. Februar 2016 einen schweren Unfall in der Nähe des Kaufhauses KaDeWe verursacht. Der eine Raser rammte einen Jeep, dessen 69 Jahre alter Fahrer starb. Bei der vorangegangenen Fahrt über den Ku'damm hatten die beiden Männer mehrere rote Ampeln überfahren. Beim Zusammenstoß fuhren sie etwa 160 Stundenkilometer schnell.

Die Verteidiger hatten Schuldsprüche wegen fahrlässiger Tötung für den einen Fahrer und wegen Gefährdung des Straßenverkehrs für den anderen gefordert. Sie argumentierten, der Vorsatz, an einem Rennen teilzunehmen, sei nicht mit einem Tötungsvorsatz gleichzusetzen. Die Männer seien davon ausgegangen, alles unter Kontrolle zu haben.