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Tödlicher Sturm über Brandenburg

Von der Straße geblasen: Dieser Lastzug wurde gestern nahe Herzberg auf der B 87 Richtung Fermerswalde von der Straße geweht.
Von der Straße geblasen: Dieser Lastzug wurde gestern nahe Herzberg auf der B 87 Richtung Fermerswalde von der Straße geweht. FOTO: Feuerwehr
Cottbus. Beim ersten Herbststurm des Jahres sind in Brandenburg und Berlin fünf Menschen ums Leben gekommen. Bei Gransee (Oberhavel), nahe Müncheberg (Märkisch-Oderland) und im Landkreis Oder-Spree wurden Autofahrer von umstürzenden Bäumen erschlagen.

Auf die gleiche Weise kam in Berlin-Tegel eine Frau ums Leben. Bundesweit kamen mindestens sieben Menschen ums Leben. Der Herbststurm "Xavier" hat für zum Teil chaotische Zustände in der Hauptstadt und im Süden Brandenburgs gesorgt. Feuerwehren und Rettungsdienste waren im Katastrophenmodus und im Dauereinsatz.

Zahlreiche wichtige Straßen in der Lausitz waren durch umgestürzte Bäume blockiert. Betroffen waren Strecken zwischen Cottbus und Spremberg und auch in die Spreewald-Gemeinde Burg ging zeitweilig nichts mehr. Auch aus der Region um die Spree-Neiße-Kreisstadt Forst wurden blockierte Straßen gemeldet. Stromausfälle gab es beispielsweise in Herzberg, Lübbenau-Zerkwitz und auch im Cottbuser Stadtteil Sielow.

Die Bahn hatte den Regional- und Fernverkehr in der Lausitz und weiten Teilen Nordostdeutschlands komplett eingestellt. Auf dem Cottbuser Hauptbahnhof saßen zeitweilig Hunderte Pendler fest.

In Berlin und Potsdam kam es zum totalen Verkehrsinfarkt. Die öffentlichen Verkehrsmittel standen still. An den Flughäfen Tegel und Schönefeld ging ebenfalls nichts mehr. In Potsdam stellte der Verkehrsbetrieb den Linienverkehr ein. Polizei und Feuerwehren seien landesweit im Dauereinsatz. "Da glühen bei uns die Drähte", sagte ein Sprecher. Der Wetterdienst sprach von Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 115 Stundenkilometern.