Mehr als 2000 Migranten sind 2015 bislang bei ihrer Flucht übers Mittelmeer nach Europa umgekommen. Das sind knapp 400 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag mit. Damit sei der Weg über das Mittelmeer die gefährlichste Route für Menschen, die ihre Heimat in der Hoffnung auf ein besseres Leben verließen. Demnach kamen die meisten Menschen bei der Flucht von Libyen nach Italien ums Leben. "Es ist nicht hinnehmbar, dass im 21. Jahrhundert Menschen, die vor Konflikten, Verfolgung und Elend fliehen, solche schrecklichen Erfahrungen in ihrer Heimat machen müssen, ganz zu schweigen von denen unterwegs, um dann an der Türschwelle zu Europa zu sterben", sagte IOM-Generaldirektor William Lacy Swing. Im gesamten Jahr 2014 kamen laut der Hilfsorganisation im Mittelmeer 3279 Menschen ums Leben, bis August waren es 1607. Ein Grund für die steigenden Zahlen sind die meist eingesetzten nicht seetüchtigen Boote der Schleuser, die die Wahrscheinlichkeit von Katastrophen erhöhen.

Obwohl in Italien mit etwa 97 000 und in Griechenland mit 90 500 in diesem Jahr bislang in etwa die gleiche Zahl an Bootsflüchtlingen angekommen ist, sterben deutlich mehr Menschen auf dem Weg nach Italien. Etwa 1930 Menschen waren es auf dieser Route, auf dem Weg nach Griechenland etwa 60.

IOM berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, vergangene Woche seien 19 Menschen wegen Erschöpfung und Durst ums Leben gekommen, nachdem ihr Trinkwasser verwendet werden musste, um den überhitzten Motor des Bootes zu kühlen.

In Deutschland indes versuchen viele Kommunen, die hierzulande stetig weiter steigende Zahl an Flüchtlingen menschenwürdig unterzubringen, gelangen aber immer häufiger auch an ihre Grenzen.