Martin Dulig: Für den Vorsitzenden der sächsischen SPD ist es gekommen wie erwartet. Martin Dulig bezieht das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Der 40-jährige Moritzburger übernimmt damit eines der Schlüsselressorts im sächsischen Kabinett für die Sozialdemokraten - und steht zudem Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) als Vize zur Seite.

Markus Ulbig: Der 50-Jährige startete am Donnerstag in seine zweite Amtszeit als Innenminister. Als solcher kümmert sich der Pirnaer seit fünf Jahren um die Blaulicht-Sparte, um Feuerwehr sowie um die Verteilung von Städtebaufördermitteln. Acht Jahre lang war er Oberbürgermeister seiner Heimatstadt, bevor ihn Tillich 2009 als Minister holte. Gerüchte, Ulbig wolle wieder in die Kommunalpolitik wechseln, kursierten schon länger. Doch als Nachfolger von Dresdens OB Helma Orosz stünde Ulbig im harten Gegenwind einer linken Stadtratsmehrheit. Nun bleibt er erstmal Minister.

Georg Unland: Auch Sachsens Sparfuchs verlängert. "Einer muss das ja machen", sagte Georg Unland (CDU) am Donnerstag nach seiner Vereidigung zum Finanzminister.

In sechseinhalb Jahren im Amt hat sich der 60-Jährige den Ruf eines knallharten Spar-Raubeins erworben. Dass er noch mal fünf Jahre dranhängt, war durchaus fraglich. Wilde Spekulationen sahen ihn schon an die Spitze des Wissenschaftsressorts wechseln, was zum ehemaligen Rektor der Bergakademie Freiberg gepasst hätte. Doch Wissenschaft macht nun die SPD, also spart Unland weiter.

Brunhild Kurth: Als Kultusministerin hat die 60-jährige Burgstädterin schon Stellenpläne "auf Kante genäht" und das Ende der "fetten Jahre" verkündet. Und dass noch bevor sie Ende 2013 Mitglied der CDU wurde. 2012 holte Tillich die parteilose Ex-Chefin der Bildungsagentur in sein Kabinett, um den zurückgetretenen Roland Wöller (CDU) zu ersetzen. Kurth bekam als Ministerin Stellen und Mittel, die ihrem Vorgänger fehlten. Als Schulpraktikerin und als freundliches Gesicht der sächsischen Bildungspolitik wird sie von den Verbänden geschätzt. Keine Überraschung, dass sie dem Kabinett angehört.

Sebastian Gemkow: Ihn hatte niemand auf dem Zettel. Und so ließ sich die Berufung des 36-jährigen Anwalts zum Justizminister im neuen Kabinett Tillich am Donnerstag leicht mit kühler Proporzarithmetik erklären. Er ist Leipziger, sein CDU-Kreisverband braucht einen ordentlichen Posten, verliert aber an Boden und hat zudem Personalprobleme. Die Chance für Gemkow, der in seinen fünf Jahren als Landtagsabgeordneter zwar unauffällig blieb, dennoch als hoffnungsfrohe Nachwuchskraft galt.

Eva-Maria Stange: Ein bekanntes Gesicht. Ihr werden, wie auch Markus Ulbig, Dresdner Rathaus-Ambitionen nachgesagt. Dennoch wagt sich die 57-jährige Sozialdemokratin an eine zweite Amtszeit als Ministerin für Wissenschaft und Kunst. Stange ist eine Konstante aus der schwarz-roten Zusammenarbeit in Sachsen. Sie war bereits Wissenschaftsministerin in der ersten CDU-SPD-Koalition.

Petra Köpping: Für die SPD-Frau Petra Köpping haben CDU und SPD einen Ministerposten geschaffen, wenn auch ohne Ministerium. Die 56-jährige ehemalige Landrätin des Leipziger Lands kümmert sich um Gleichstellung und Integration im Haus von Sozialministerin Klepsch.

Barbara Klepsch: Die 49-Jährige wird zweite CDU-Frau im Kabinett als Ministerin für Soziales und Verbraucherschutz. Die studierte Verwaltungs-Betriebswirtin stieg 1993 als Kämmerin in die Stadtverwaltung von Annaberg-Buchholz ein. Seit 2001 ist sie Oberbürgermeisterin und Mitglied im Hauptausschuss des Deutschen Städtetags. Bei der Wahl schaffte sie den Sprung in den Landtag, zweieinhalb Monate später wird sie nun Ministerin.

Thomas Schmidt: Umwelt und Landwirtschaft vertritt im Kabinett der 53-jährige CDU-Mann.

An die Spitze der Staatskanzlei steigt der ehemalige Umwelt-Staatssekretär Fritz Jaeckel auf.