"Das ist niederträchtig."

Am Montagabend hatten sich in Dresden etwa 10 000 Menschen an einer Demonstration der Bewegung "Pegida" beteiligt - so viele wie nie zuvor. Pegida ist die Abkürzung für "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". Das Bündnis tritt unter anderem für eine Verschärfung des Asylrechts ein. Der Parteichef der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hatte die Demonstrationen am Dienstag begrüßt. Sie zeigten, dass sich diese Menschen in ihren Sorgen von den Politikern nicht verstanden fühlten, sagte er.

Tillich rief seine Partei zur Ausein-andersetzung mit der AfD auf. "Die Union muss die Themen, die anzusprechen sind, auch deutlich ansprechen", sagte er. "Mit einer eigenen deutlichen Sprache müssen wir der AfD den Nährboden für ihren politischen Populismus entziehen." Mecklenburg-Vorpommers Innenminister Lorenz Caffier (CDU) warb für eine differenzierte Sicht auf die Pegida-Demonstrationen. "Wir müssen uns mit den Bürgern und ihren Sorgen auseinandersetzen. Weder für noch gegen diese Demons trationen aufzurufen halte ich für besonders hilfreich", sagte der Sprecher der unionsgeführten Länder in der Innenministerkonferenz der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Die Innenminister treffen sich an diesem Donnerstag zu ihrer zweitägigen Herbsttagung in Köln. Dabei wollen sie neben den "Pegida"-Protesten auch die Aktivitäten des Bündnisses "Hogesa" (Hooligans gegen Salafisten) beleuchten.