Das zeige, dass Sachsen eine wettbewerbsfähige Abfallentsorgung habe, so Tillich. "Die Entsorgungsträger haben ihre Hausaufgaben gemacht", sagte der Minister. In den vergangenen fünf Jahren entstanden im Freistaat eine thermische (Lauta), zwei mechanisch-biologische (Dresden, Cröbern bei Leipzig), eine mechanisch-physikalische (Chemnitz) und eine mechanische Abfallbehandlungsanlage (Zwickau).
Beim Regionalen Abfallverband Oberlausitz-Niederschlesien (Ravon) verdoppelte sich für Verbandsmitglieder mit der neuen Verordnung das Entgelt pro Tonne kommunalen Abfalls von rund 80 Euro pro Tonne (2003) auf 170 Euro (2005). "Pro Bürger bedeutete dies höhere Gebühren von durchschnittlich elf Euro pro Jahr", sagte Geschäftsführer Ulrich Heine. Er schloss eine Gebührenanhebung für das kommende Jahr aber aus.
Das Abfallaufkommen im Gebiet des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Westsachsen stieg nach den Angaben von Geschäftsführer Holger Bauerfeind mit der neuen Verordnung um 20 Prozent. Der Verband stellt seinen Mitgliedern derzeit rund 124 Euro pro Tonne Müll und ab kommendem Jahr rund 160 Euro in Rechnung. Beim Nachbarverband Südwestsachsen zahlen Kommunen ab Januar rund 146 Euro für die Tonne, teilte Geschäftsstellenleiter Dietmar Bauerfeind mit. Bislang liegt die Gebühr bei 138 Euro pro Tonne.

Zwickauer Kapazitäten reichen aus
Der Abfallverband Zwickau (ZAZ) entsorgt den Siedlungsmüll eigenen Angaben zufolge nach aktuellem Stand der Technik. "Unsere Kapazitäten reichen aus", bestätigt die technische Leiterin Gisela Naumann. Mit rund 120 Euro kostet die fachgerechte Behandlung einer Tonne Abfall knapp doppelt so viel wie vor Inkrafttreten der Verordnung.

Investition in die Zukunft
"Die Verordnung ist eine Investition in die Zukunft", begrüßt der Geschäftsführer des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Oberes Elbtal, Raimund Otteni, das Ablagerungsverbot. Auch hier wurden die Kosten angehoben. Schwierigkeiten treten den Verbänden zufolge beim Aufarbeiten der Abfallreste nach der Behandlung auf. Für die "heizwertreichen" Fraktion gäbe es im Freistaat nicht genügend Abnehmer.

Zum Thema Gebührendruck
 Ob die höheren Gebühren für die Abfallentsorgung nötig oder vorgeschoben seien, lässt sich nach Ansicht des Grünen-Landtagsabgeordneten Johannes Lichdi nicht in jedem Fall klären. Im Freistaat arbeiten acht Abfallzweckverbände. Nicht alle Kommunen haben sich angeschlossen. Die Städte Dresden und Hoyerswerda sowie der Landkreis Delitzsch entsorgen den Abfall nach eigenen Konzepten.