"Hier gibt es keine Grenzen, die trennen." Ein Schwerpunkt der viertägigen Reise ist der Ausbau der Kultur- und Wirtschaftsbeziehungen. Begleitet wird Tillich von einer 52-köpfigen Delegation, darunter Unternehmer aus der Bahntechnikbranche.

Am Mittwoch eröffnete er in der polnischen Hauptstadt ein deutsch-polnisches Wirtschaftsforum zu dem Thema. Dabei sprach er von großen Chancen für eine noch stärkere Kooperation. Dies gelte auch für Bahntechnik-Unternehmen. Tillich verwies auf eine "große Industrietradition und Kompetenz" sächsischer Firmen. Im Freistaat gibt es in der Branche nach offiziellen Angaben 340 Unternehmen mit rund 13 000 Beschäftigten.

Die Infrastruktur in Polen weist nach Einschätzung von Fachleuten noch erhebliche Lücken auf. Es wird damit gerechnet, dass die Regierung in Warschau in den nächsten Jahren weiter kräftig auch in den Ausbau von Bahnstrecken investiert. Davon wollen sächsische Unternehmen profitieren.

Der polnische Wirtschaftsminister Waldemar Pawlak sagte nach einem Gespräch mit dem Ministerpräsidenten, die Bedeutung des Bahnverkehrs werde weiter wachsen. Es gebe gute Chancen für Investitionen in Polen.

In Warschau legte Tillich am Mittwoch auch Kränze am Denkmal für den Warschauer Aufstand und am Mahnmal der Gettohelden nieder. Bereits am ersten Tag der Reise wurde der polnische Kulturminister Bogdan Zdrojewski mit dem Sächsischen Verdienstorden geehrt. Tillich sagte bei der Zeremonie, Zdrojewski habe sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für gutnachbarliche Beziehungen eingesetzt und unter anderem das grenzüberschreitende Welterbeprojekt Muskauer Park gefördert.