„Ich will, dass Sachsen der Wirtschafts- und Bildungsmotor Nummer eins in Ostdeutschland bleibt und wir in die Liga der besten westdeutschen Länder aufsteigen“ , sagte Tillich.
Anhand von Szenarien für alle Lebensbereiche wolle er „Entwicklungspfade“ des Landes bis zum Jahr 2020 untersuchen und entwickeln lassen. Alle Regionen des Freistaates müssten dabei profitieren. Nach der Phase des Wiederaufbaus und des Wachstums komme das Land nun in eine Wettbewerbsphase. Zu den Themen zählten unter anderem der Fachkräftemangel, für den die Hochschulausbildung verändert werden müsse.
Wie der Masterplan konkret aussehen soll, will Tillich im ersten Halbjahr 2009 im Rahmen eines „Zukunftskongresses“ vorstellen – ein halbes Jahr vor der Landtagswahl. Eine Fusion der drei Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu einem „Mitteldeutschland“ schloss Tillich für die nächsten 15 Jahre aus. „Nicht vor 2024 – denn dann gehe ich in Rente.“
Zu den nächsten Aufgaben gehöre zunächst die Standortsicherung in der Dresdner Mikroelektronik, die unter einer „Chip krise“ leide, und für die Leipziger Verbundnetz Gas AG. Im Oktober wird Tillich zudem den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz übernehmen. Zu den Erfolgen seiner ersten 100 Tage Amtszeit zählte er unter anderem ein gesetzliches Neuverschuldungsverbot und die Umsetzung der Kreisreform.
Linke-Fraktionschef André Hahn kritisierte Tillich als politisches Phantom. „Man sieht ihn auf Fotos beim Streicheln von Kindern, aber dass er auch regiert, war nicht zu merken.“ Grünen-Chefin Antje Hermenau monierte: „Herr Tillich kann nett lächeln. Aber Sympathie ersetzt keine Politik.“
() (Eig. Ber./sh)