Doch so richtig glücklich war der Regierungschef nicht auf diesem Parteitag. Als nämlich am Pult der Herr Seehofer aus München redete und redete und immer mehr Beifall bekam. Was sagt diese Szene aus über die Partei, die Sachsen seit 25 Jahren regiert? Jedenfalls wenig Gutes über ihren Vorsitzenden. Tillich wollte nach seinen Appellen für Offenheit und vorurteilsfreies Miteinander Boden zurückgewinnen im konservativen Kerngebiet der Partei. Er lud Horst Seehofer ein, den Law-and-Order Rebellen von der CSU. Die Basis klatschte für den Horst und hat ihrem Stani gezeigt, wie sie sich eine Führungsfigur vorstellt. Die sächsische Union hat schon immer neidvoll runter nach Bayern geschaut. Eine souveräne Mischung aus Tracht und Technologie, bisschen Bauerntheater, Frotzeln, mit solider mittelständischer Verankerung, das wollte man auch. Jetzt lässt sich Sachsens MP, der in der Zukunftsdebatte Nummer Eins gerade Profil gewinnt, um des Friedens willen vom Kraftmeier aus München die Butter vom Brot nehmen. Bisschen schade.

Artikel zum Kommentar: "Für Menschen ansprechbar"