Tillich hatte im Energie-Kommissariat der EU über eine mögliche Verschiffung von CO{-2} in arabische Staaten wie Katar gesprochen. Sachsen unterhält gute Kontakte in die Region, vor allem nach Katar und Abu Dhabi. Tillich zufolge sind aber noch erhebliche Forschungsleistungen notwendig. Sachsen wolle dafür sorgen, dass dieses Thema bei der EU auf die Tagesordnung kommt. „Wir sind im Stadium, wo wir hier dafür werben, das Thema anzuschauen. Das ist noch weit, weit entfernte Zukunftsmusik, aber es könnte auch schnell Realität werden.“

Der sächsische Ministerpräsident sieht auch das Nachbarland Polen als potenziellen Partner bei der Suche nach einer CO{-2}-Strategie.

Vize-Regierungssprecherin Sandra Jäschke bekräftigte, dass der Freistaat an der umstrittenen unterirdischen CO{-2}-Speicherung festhält. Ministerpräsident Tillich habe sich gemeinsam mit EU-Kommissaren darauf verständigt, die CCS-Technologie insgesamt voranzubringen.

Nach Plänen der EU soll die CCS-Technologie in sechs europäischen Modellprojekten erforscht werden, in Deutschland gehört Brandenburg dazu. Das von der Bundesregierung dazu vorgelegte Gesetz war Ende September im Bundesrat gestoppt worden. Streitpunkt ist eine Vetoklausel, mit der die Länder die CO{-2}-Speicherung auf ihrem Gebiet verhindern können. Die Speicherung von CO{-2} ist für die Industriestaaten eine wichtige Voraussetzung, um Klimaziele erfüllen zu können. Allerdings kann das Gas nur in geologisch stabilen Lagerstätten aufbewahrt werden.

Sachsens komplettes Kabinett hatte am Dienstag in Brüssel getagt und dabei Gespräche mit mehreren EU-Kommissaren geführt.