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Tillich kritisiert Ost-Benachteiligung

Stanislaw Tillich versteht die heftige Kritik an RB Leipzig nicht.
Stanislaw Tillich versteht die heftige Kritik an RB Leipzig nicht. FOTO: dpa
Halle. (dpa/bl) Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) wirft Großunternehmen vor, ostdeutsche Standorte zu benachteiligen. Tillich sagte am Wochenende, es dürfe keinen Bonus für einen Standort geben, weil dort der Ursprung des Unternehmens liege.

Westdeutsche Konzerne verglichen ihre ostdeutschen Standorte nicht mit denen im Westen, sondern mit Niederlassungen im Ausland. "Ich wünsche mir, dass alle Standorte die gleiche Chance haben. Der, der wettbewerbsfähiger ist, muss Zukunft haben."

Tillich äußerte sich vor dem Hintergrund, dass in diesen Tagen der kanadische Schienenfahrzeughersteller Bombardier Transportation über die Zukunft seiner Werke in Deutschland entscheiden will. Zur Disposition stehen dabei unter anderem die Werke im sächsischen Bautzen und Görlitz.

Außerdem bemängelte Tillich mangelhaftes Sponsoring von Sport und Kultur im Osten. Große Unternehmen würden auch bei diesem Thema immer mehr am Heimatsitz fördern. In Bezug auf ostdeutschen Fußball kritisierte Tillich: "Man muss sich schon auf der Zunge zergehen lassen, dass jetzt gerade so eine heftige Kritik an RB Leipzig geübt wird." Es sei ein Armutszeugnis für die deutsche Großindustrie, dass sie sich anderswo beteiligen wolle, bei einem ostdeutschen Fußballverein aber nicht - und dass es dafür mit Red Bull einen österreichischen Unternehmer brauche.

Anders sieht es im Bereich Forschung und Wissenschaft aus. Laut Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, ist in Ostdeutschland etwa ein Fünftel der industrienahen Forschung beheimatet. Länder Seite 4