"Wir können nur frei und gleich sein, wenn wir unsere Interessengegensätze gewaltlos und sachlich austragen", sagte der Regierungs-Chef. Einer radikalen Minderheit sei das leider egal. "An die Stelle von Argumenten tritt Polemik, an die Stelle von Fakten treten Parolen, an die Stelle von friedlichem Protest treten Hassreden", sagte Tillich. Zugleich stellte er klar: "Es ist ein ehrenwertes Anliegen, die Einwanderung zu begrenzen und die Integration so zu gestalten, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt stark bleibt." Wer in Parteien und Parlamenten für dieses Anliegen werbe, um eine Mehrheit zu erreichen, handle demokratisch. "Wer seine Ziele mit Gewalt durchsetzen will, der handelt kriminell."

Parlamentspräsident Matthias Rößler hatte sich in seiner Ansprache auf Befürchtungen der Bürger konzentriert: "Nehmen wir die berechtigten Ängste der Bevölkerung ernst", sagte er. Wenn die Mehrheit der Bürgergesellschaft grundlegende Bedenken hinsichtlich ihrer künftigen Lebensqualität oder einer einträchtigen Zukunft äußere, "dann müssten verantwortungsvolle Politiker damit besonnen umzugehen wissen".

Der Festakt zu 25 Jahre parlamentarischer Demokratie in Sachsen fand genau an jenem Ort statt, an dem der Landtag von 1990 bis Ende 1993 tagte - in der Dreikönigskirche.