Während an diesem Montag erneut Anhänger und Gegner der "Pegida" in Dresden auf die Straße gehen wollen, hat Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) Solidarität mit Flüchtlingen angemahnt. Menschen, die zu Recht Asyl erhielten, müssten auch willkommen geheißen werden, sagte er. "Wir Ostdeutschen haben auch Solidarität erfahren im Herbst 1989." Den Ängsten der Menschen, die sich "Pegida" anschlössen, werde man mit Information und Dialog begegnen.

Innenminister Markus Ulbig (CDU) kündigte in der "Welt" an, noch besser über Asylfragen und Ausländerpolitik zu informieren. "Das wollen wir mit Fakten tun, verstärkt über Facebook und Twitter", kündigte er an.

Integrationsministerin Petra Köpping rief in ihrer Eigenschaft als stellvertretende SPD-Landesvorsitzende dazu auf, sich an diesem Montag an der Kundgebung des Bündnisses "Dresden für alle" für Flüchtlinge und gegen Intoleranz zu beteiligen. "Es ist unsere Pflicht und Verantwortung, zusammenzustehen und gerade den Schwächeren unsere Solidarität auszusprechen."

Die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) haben für Montag ihre bereits neunte Demonstration in Folge angemeldet. Sie fordern unter anderem eine Verschärfung des Asylrechts. Dabei bedienen sie laut Kritikern rassistische und nationalistische Ressentiments.

Nach einem Bericht des "Spiegel" gibt es in der "Pegida"-Führung um den wegen Drogenhandels vorbestraften Versammlungsleiter Lutz Bachmann weitere polizeibekannte Personen. So werde ein "Pegida"-Mitorganisator in den Polizeiakten unter dem Stichwort "allgemeine Kriminalität" geführt, ein dritter sei als Betrüger auffällig geworden, berichtet das Magazin.

Vergangene Woche waren dem Aufruf der "Pegida" 10 000 Menschen gefolgt, so viele wie noch nie. Mit gut 9000 gingen fast zeitgleich nicht ganz so viele Demonstranten bei einem Sternlauf von "Dresden für alle" für eine weltoffene Stadt auf die Straße.

In einer repräsentativen Emnid-Umfrage für den "Focus" zeigten 53 Prozent der Ostdeutschen und 48 Prozent der Westdeutschen Verständnis für "Pegida".