„Wir würden uns aber wünschen, dass die tschechischen Energieversorger die international üblichen Standards und Sicherheitsfragen beachten“, sagte Tillich am Freitag auf der ersten sächsisch-tschechischen Energiekonferenz in Dresden. Tschechiens Ministerpräsident Petr Necas verwies darauf, dass die Kernenergie in seinem Land weiterentwickelt werde. Der von Deutschland eingeschlagene Weg werde akzeptiert. „Die deutsche Entscheidung, auf Kernenergie zu verzichten, hat bei uns keine Diskussionen ausgelöst“, sagte Necas. Einer weiteren Zusammenarbeit der beiden Länder in Energiefragen stünden die unterschiedlichen Auffassungen nicht im Wege. Tschechien betreibt etwa 60 Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt das Atomkraftwerk Temelin. Außerdem gibt es einen zweiten Meiler in Dukovany. In Temelin sollen zwei weitere Reaktorblöcke entstehen. Umweltschützer kritisieren immer wieder Sicherheitslücken in dem AKW.

Abseits der Meinungsverschiedenheiten in der Nutzung der Atomenergie betonten Tillich und Necas die große Bedeutung der Braunkohle für die Energiegewinnung.