Die Tigerkinder Alisha und Dragan haben im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde eine gemeinsame Bleibe gefunden. Am Freitag wurden die Amurtiger aus dem Zoo Eberswalde (Barnim) in die Hauptstadt gebracht. "Die zwei sind gut angekommen", sagte eine Tierparksprecherin. Nun sollen sich die Tiger erstmal an ihre neue Umgebung gewöhnen. Ihren ersten Auftritt vor Besuchern haben sie am kommenden Montag. Ab 10 Uhr kommt das Duo erstmals auf eine Freianlage, wie der Tierpark ankündigte.

Die Berliner Luft ist Alisha bekannt, denn sie wurde im Tierpark geboren. Im März zog sie dann in den Eberswalder Zoo nordöstlich von Berlin, um sich mit Dragan anzufreunden. Beide mussten mit der Flasche aufgezogen werden. Alishas Mutter hatte zu wenig Milch. Die Amurtiger gewöhnten sich aneinander und lernten voneinander artgerechtes Verhalten. Am Freitag brachte ein Transporter die Tiere in Holzboxen nach Berlin, wie die Sprecherin mitteilte.

Zur Welt kam Alisha am 10. Dezember 2014 - zusammen mit zwei Geschwistern, die aber starben, weil ihre Mutter Aurora (5) nicht genügend Milch hatte. Dragan ist zwei Monate älter. Alishas Mutter hat im April erneut Nachwuchs zur Welt gebracht. Die Vierlinge zieht sie alleine auf.

Ob Alisha und Dragan jetzt dauerhaft in Berlin bleiben werden, ist unklar. Laut dem Eberswalder Zoodirektor Bernd Hensch leben sie zunächst bis Jahresende dort. "Dann sind sie ein Jahr alt, aber noch nicht geschlechtsreif. Wo sie hinkommen, entscheidet der Zuchtbuchführer in London", sagte er laut Mitteilung. Amurtiger sind vom Aussterben bedroht.

Den Tierpark Berlin gibt es seit 1955. Heute leben dort nach eigenen Angaben mehr als 7500 Tiere auf einer 160 Hektar großen Fläche.