Ein Tierhändler mag noch so seriös auftreten, erklärt er gegenüber der RUNDSCHAU. „Ein Todesurteil für diese Tiere durch Schlachtung“ sei dennoch generell nie auszuschließen. Es sei klar, dass ein Händler seine Ware zum höchstmöglichen Preis veräußert. Zumal er gesetzlich nicht daran gebunden sei, ein Zootier nur wieder an eine Zooeinrichtung zu verkaufen. Für Kneschke schadet die Abgabe von Zootieren an einen Tierhändler dem Ethos eines Zoos. Die Kritik zum Verbleib der Tigerjungen Laura und Sascha sowie des Bärennachwuchses aus Hoyerswerda sei deshalb völlig berechtigt. Auch wenn diese Tiere erst geschlachtet worden sein sollten, nachdem sie der Zoo an B. übergeben hat, sei das ein strafwürdiger Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Kneschke nennt den Cottbuser Tierpark als Vorbild. Dort würde der überzählige Nachwuchs wild lebender Tierarten nur an andere autorisierte Zoos vergeben. Kneschke: „Das ist der einzig richtige Weg.“ Weiter stehe ein Zoo in der Verantwortung, eine Überzahl von Zootieren gar nicht erst zu produzieren. Kneschke verweist auf den Tierschutzbericht des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, 1999, Seite 38: „Die Vermehrung von Zootieren sollte grundsätzlich nur ermöglicht werden, wenn für die Nachkommen eine artgemäße Unterkunft gesichert ist.“