Sachsens Wolfsmanagement steht in der Kritik: Die Tierschützer vom Wildbiologischen Büro Lupus fangen Wölfe mit verbotenen Tellereisen ein. Nach einem Bericht in der Fachzeitschrift "Unsere Jagd" sind insbesondere Sachsens Jäger empört.

Mit den umstrittenen Fallen gehen die Wolfsmanager vom Büro Lupus seit 2011 auf Wolfsfang. Das bestätigte am gestrigen Mittwoch der Sprecher des sächsischen Umweltministeriums, Frank Meyer, gegenüber der RUNDSCHAU. Es gehe darum, Erkenntnisse über die Wanderungen der Tiere zu gewinnen, so Meyer. Zudem seien die eingesetzten so genannten Soft Catch Traps gepolstert und somit weniger schmerzhaft für die gefangenen Tiere.

Verkehrte Welt im Wolfsgebiet

Sachsens Jäger wollen das geschützte Raubtier vor Fangfallen schützen - die staatliche Tierschützer gelegt habenDas sieht der Landesjagdverband anders. "Diese Fallen funktionieren wie normale Tellereisen", sagt Vize-Präsident Heinz Baacke. Die aber sind in der EU seit 1995 verboten. Die Jäger werfen dem vom Freistaat finanzierten Büro Lupus vor, gegen Tierschutzrecht zu verstoßen. Das Umweltministerium indes beruft sich auf eine Sondergenehmigung für die sächsischen Wolfsschützer, die die Landesdirektion Dresden 2011 erteilt hat. "Die Mitarbeiter vom Wolfsbüro haben sich daran orientiert und sich nichts zuschulden kommen lassen", sagt Meyer. "Dieser Hass, den jetzt der Landesjagdverband über das Büro Lupus verbreitet, ist an den Haaren herbei gezogen." Wieso allerdings eine Fangmethode, die seit Jahren EU-weit verboten ist, in Sachsen genehmigt werden kann, können zurzeit weder Ministerium noch Landesdirektion aufklären. In der Landesdirektion wird der Vorgang noch geprüft, teilte Sprecher Ingolf Ulrich am Mittwoch auf RUNDSCHAU-Anfrage mit.

Wie die Zeitschrift "Unsere Jagd" in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt, verstößt diese Ausnahmegenehmigung gegen EU-Recht und hätte nicht erteilt werden dürfen.