Die Lage in Brandenburgs Tierheimen ist angespannt: Die Einrichtungen seien überfüllt und in finanziellen Schwierigkeiten, sagte die Vorsitzende des Landestierschutzverbands, Renate Seidel. Dies liege auch daran, dass die Spenden der Bürger immer weiter abnehmen.

Die Mitgliedsbeiträge reichen laut Seidel kaum aus, um die Löcher zu stopfen. Das Geld, das die Kommunen für die Versorgung herrenloser Tiere zahlen, Fund- und Verwahrtiere, decke nur 30 Prozent der entstehenden Kosten. "Dabei ist es eine Pflichtaufgabe der Kommunen, sich um die Betreuung von entlaufenen oder eingezogenen Tieren zu kümmern. Die Tierheime sind nur Dienstleister", erklärt die 66-Jährige.

Die stellvertretende Geschäftsführerin des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, Monika Gordes, kann die Klagen der Tierheime nachvollziehen. "Viele Kommunen in Brandenburg sind jedoch in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage und müssen bei der Verteilung ihrer Finanzmittel Prioritäten setzen", sagt sie. Ein böser Wille stecke nicht dahinter, wenn sich die Zuschüsse für die Tierheime in Grenzen hielten.

Ein besonders komplizierter Fall ist die Tierbetreuung in der Landeshauptstadt. In Potsdam gibt es schon seit 2008 kein Tierheim mehr. Herrenlose Tiere werden seitdem in einer Tierpension, dem "Pfötchenhotel" in Beelitz, untergebracht. Anfang 2013 wird jedoch am Rande der Stadt ein Areal zum Verkauf ausgeschrieben, auf dem der neue Besitzer eine Tierbetreuungseinrichtung bauen soll.

"Die Idee, dass die Stadt selbst ein Tierheim errichtet, ist damit vorerst vom Tisch", sagt die Fachbereichsleiterin für Soziales, Gesundheit und Umwelt, Anke Latacz-Blume. Der Tierschutzverein Potsdam hat schon Interesse an dem Areal und der Aufgabe bekundet.

Bislang betreibt der Tierschutzverband Brandenburg 13 Tierheime im ganzen Land. Dort ging die Zahl der aufgenommenen Tiere zuletzt zurück. "Das liegt aber nicht daran, dass es wenig Bedarf gab, sondern weil es länger dauert, die Tiere zu vermitteln und so seltener Plätze frei werden", erklärt Tierschützerin Seidel. Am häufigsten werden Katze und Hunde in den Einrichtungen abgegeben, aber auch Kaninchen, Meerschweinchen und Vögel sind darunter.

Gerade größere Hunde seien momentan schwer vermittelbar, sagt Seidel, da kleinere Rassen oft preiswerter in der Haltung seien. Doch egal ob Hunde, Katzen oder Kleintiere: Vor Weihnachten seien die Einrichtungen bemüht, trotz überfüllter Gehege und klammer Kassen keine Tiere abzugeben: "Oft werden die Tiere nämlich verschenkt und es besteht die Gefahr, dass der Empfänger damit gar nicht so glücklich ist."