Die Weißenbornerin kämpft um den Ruf der Tiere.
Die Sächsin ist eine, die zupackt. Mit Mitte 20 übernahm sie die Gärtnerei ihres Großvaters, baute einen neuen modernen Blumenladen auf und ein Haus für ihre dreiköpfige Familie. Stress pur für die gelernte Floristin und Mutter der einjährigen Tochter Noreen. Trotzdem bewahrt die Geschäftsfrau die Ruhe. Sie hat alles im Griff auf dem 6000 Quadratmeter großen Grundstück mitten im Dörfchen Weißenborn. Und das liegt an den Tieren, mit denen sie sich umgibt. Denn einfach so fürs Herz hält sich die Ausgeglichene zwei Waschbären, Wachteln, Chinchillas, Papageien. Seit 1999 zählen zur Tieroase auch Pfaue. Dorothee Reuter kaufte einem Züchter ein blaues indisches Pfauenpärchen ab. Fortan gab es für die Kunden beim Blumenaussuchen einmal "Pfauengucken" gratis mit dazu. Denn die geselligen Tiere durften sich frei auf d em Gärtnereigelände bewegen. Weil sie sehr neugierig sind und sich nachts gern auf Bäume zurückziehen, mussten am nächsten Morgen die Reuters des öfteren suchend durch den Ort ziehen. Dabei holten sie ihre Pfaue auch manchmal von Autodächern herunter. Immer öfter gab es deshalb Zoff. Die Gärtnereichefin hatte ein Einsehen und baute eine Voliere, in der die Tiere künftig von 22 bis acht Uhr untergebracht waren.
Doch der Friedensstillstand hielt nicht lange. Spätestens nachdem sich Dorothee Reuter noch ein zweites Pärchen, diesmal Schwarzflügelpfaue, anschaffte, brach ein neuer Nachbarschaftskrieg aus. Anwohner vom unmittelbar an der Gärtnerei gelegenen Haus regten sich über die Lärmbelästigung auf. Und wie anno 2006 üblich, nicht im Gespräch Auge in Auge, sondern per Anwaltsschreiben. Darin wird sich beschwert, dass die beiden Pfauenpärchen erheblichen Lärm verursachen, da sie im Minutentakt laute Schreie ausstoßen. "Eine unverschämte Behauptung", ärgert sich die Tierfreundin. "Ein Pfau macht nicht mehr Lärm als ein Hund", kontert sie und beklagt sich überhaupt über die Art und Weise des Umgangs miteinander. "Wir sind hier auf dem Dorf, da sollte man doch eher miteinander reden können, als gleich vor Geric ht zu ziehen."