Ende November des vergangenen Jahres übernahm der 42-Jährige das damals am Boden liegende Team und führte die Füchse nach einer enttäuschenden Hauptrunde doch noch zum Klassenerhalt in den Play-downs gegen Dresden. Trotz des Erfolges hat Popiesch den Kader in der Sommerpause umgebaut. Zehn neue Spieler wurden verpflichtet, elf Profis aussortiert. Der Trainer weiß: Jetzt geht es darum, den Kader möglichst schnell wieder zu einer Einheit zusammenzufügen. Damit das gelingt, stellt Popiesch hohe Anforderungen. Lesen Sie exklusiv in der RUNDSCHAU, was er in der neuen Saison erwartet.



Seine Erwartungen an die neue Saison und deren Auswirkungen für den Standort Weißwasser:
Wir wollen die Euphorie aus der vergangenen Saison mit den spannenden Play-offs gegen Dresden mitnehmen. Es ist ja kein Geheimnis, dass im Sport der Kopf über Sieg oder Niederlage entscheidet. Diese Euphorie kann dich gegen Kontrahenten zum Sieg führen, die man vorher für unbezwingbar gehalten hat.

Seine Erwartungen an den Tabellenplatz: Ich mache keine konkrete Vorgabe. Wir dürfen uns durch den erfolgreichen Saisonabschluss und den Sieg über Dresden nicht blenden lassen. Es wäre fatal zu glauben, wir können nun ganz oben angreifen. Wir müssen erstmal den Abstand verringern, den wir nach der Hauptrunde zu den meisten Teams hatten. Wenn wir das schaffen und im Januar/Februar so konkurrenzfähig sind, dass wir um die Play-offs oder die Nichtabstiegsplätze neun und zehn mitspielen können, dann haben wir unser erstes Ziel erreicht. Im Vordergrund steht der Klassenerhalt.

Seine Erwartungen an die Spielweise der Mannschaft: Wir müssen aggressiv in die Zweikämpfe gehen und versuchen, zunächst einfaches Eishockey zu spielen. Das ist die Basis. Die anderen Dinge, wie beispielsweise schöne Spielzüge, kommen dann automatisch. Die Mannschaft hat das Potenzial, um attraktives Eishockey zu spielen, wenn die entsprechenden Räume vorhanden sind. Aber es geht nur über Arbeit und Leidenschaft. Wenn diese Grundvoraussetzungen nicht vorhanden sind, bekommen wir gegen jeden Gegner Probleme.

Seine Erwartungen an die Vereinsführung bei der Suche nach Ersatz für Stürmer Chris Chaput, der aus privaten Gründen in die USA zurückgekehrt ist: Wir hatten gerade in diesem Bereich großen Nachholbedarf. Deshalb haben wir uns seine Verpflichtung sehr genau überlegt. Es hat einfach gepasst. Dieser Verlust ist ein großes Handicap. Machen wir uns nichts vor: Man sieht deutlich, dass etwas fehlt, seitdem Chris weg ist. Wir brauchen ein, zwei Denker und Lenker im Team. Chris war einer dieser Spieler. Deshalb müssen wir so schnell wie möglich einen Ersatz in dieser Qualität verpflichten.

Seine Erwartungen an routinierte Neuzugänge wie Robert Brezina und Carsten Gosdeck, die als schwierige Charaktere gelten: Wir sind mit ihnen ständig im Gespräch. Beide wissen, dass Veränderungen eintreten müssen. Und es hat sich auch schon einiges getan. Sie müssen Konstanz über die gesamte Saison nachweisen. Ihre Aufgabe ist es, die Mannschaft mit zu führen. Diese Verantwortung müssen sie übernehmen.

Seine Erwartungen an das neue ausländische Sturmduo Peter Szabo/Steve Crampton: Beide sind Kontingentspieler – das sagt eigentlich schon alles. Sie sollten uns einen Schritt nach vorn bringen und in den Schlüsselszenen präsent sein. Dafür sind sie da! Es ist nun mal so: Die Jungs, die in der Hierarchie nicht ganz oben stehen, sollten die Spiele möglichst eng halten. Für die Entscheidungen müssen aber Kontingentspieler sorgen.

Seine Erwartungen an Torhüter Nolan McDonald, der mit seinen überragenden Leistungen in den Play-downs gegen Dresden großen Anteil am Klassenerhalt hatte: Nolan hat eindrucksvoll bewiesen, dass er ein sehr guter Torhüter ist, wenn er verletzungsfrei ist. Aber wir dürfen ihn nicht zu sehr unter Druck setzen. Diese Leistungen aus den Play-downs über einen längeren Zeitraum zu halten, ist auch für einen Torhüter verdammt schwer. Insgesamt sind wir auf der Position sehr gut besetzt, denn durch die Kooperation mit den Frankfurt Lions steht uns ja auch Boris Ackers für einige Spiele zur Verfügung.

Seine Erwartungen an die jungen Spieler im Team: Wir haben die klare Zielsetzung ausgegeben, dass die jungen Spieler ihre Chance bekommen sollen. Sie sind schon jetzt eine gute Alternative. Aber auf diesem Niveau dürfen sie nicht stehen bleiben. Nun muss der nächste Schritt kommen.

Seine Erwartungen an das Umfeld und die Fans: In der vergangenen Saison haben wir die Nerven unserer Fans vor allem in der nicht befriedigenden Hauptrunde ja ziemlich strapaziert. Aber ich denke, spätestens in den Play-downs sind dann alle auf ihre Kosten gekommen. Ich wünsche mir, dass wir das jetzt von den Fans gerade in den ersten Spielen zurückbekommen. Auch wenn sich vielleicht noch nicht sofort Erfolge einstellen sollten. Ich hoffe, dass sie uns dann trotzdem so unterstützen wie in den Play-downs. Diese Unterstützung von Außen ist für die Mannschaft wahnsinnig wichtig.

Seine Erwartungen an die zusätzliche Fernseh präsenz, nachdem die 2. Liga ab sofort jeweils samstags mit einer eigenen Magazin-Sendung im Deutschen Sport-Fernsehen (DSF) zu sehen ist: Für den Eishockeysport ist das neue Format enorm wichtig. Es wird schließlich seit Jahren davon geredet, dass wir mehr Fernsehpräsenz brauchen. Über das Fernsehen kommen Sponsoren und damit auch das Geld. Ich denke, die Vereine sind professionell genug, um diese Chance zu nutzen. Einerseits bei der Gewinnung von neuen Sponsoren und andererseits, um das DSF und den Fernsehzuschauer mit dem Produkt Eishockey zufrieden zu stellen.