Um das Unternehmen vor der Insolvenz zu bewahren, wollen der Landkreis, die Stadt sowie die Kreissparkasse Bautzen als Gesellschafter Kapital in Höhe von etwa 1,5 Millionen Euro zuschießen. Bereits im Sommer hatten sie eine Kapitalspritze von insgesamt 330 000 Euro bewilligt.

Zu wenig Eigenkapital
"Das Grundproblem des TGZ liegt in seiner sehr geringen Eigenkapitalausstattung", so der Bautzener Landrat Michael Harig. Finanzielle Belastungen, wie der hohe Kapitaldienst, die Vorfinanzierung von Projekten sowie ungeklärte Rechtsstreitigkeiten könnten daher nicht ausgeglichen werden. Hinzu kommen Mehrkosten und eine ungenügende Auslastung des 2004 fertiggestellten Neubaus.
Verschärft wurden die Probleme durch den vorzeitigen Auszug des bis dahin größten Mieters, der LMR GmbH, die ein neues Domizil auf dem ehemaligen Philips-Gelände bezog. Mithilfe der Kapitalspritze sollen sofort Schulden in Höhe von 1,2 Millionen Euro getilgt und damit der Kapitaldienst entscheidend reduziert werden.

Arbeit einfach zu wichtig
"Es gibt keine ernsthafte Alternative dazu", so Landrat Harig. Man könne zwar das TGZ in eine geordnete Insolvenz überführen, aber das wolle niemand: "Die Arbeit, die das Gründerzentrum für den Landkreis leistet, ist einfach zu wichtig." Immerhin seien durch Ansiedlungen im TGZ mehr als 260 Arbeitsplätze entstanden. Insgesamt 60 Firmen waren seit der Gründung im Bautzener TGZ eingemietet, 170 Personen nahmen Angebote für Existenzgründer in Anspruch.
Trotz dieser positiven Bilanz ist das Vertrauen der Bautzener Kreisräte in die Geschäftsleitung offenbar erschüttert. So forderten sie auf der jüngsten Kreistagssitzung fraktionsübergreifend eine effektivere Kontrolle der Geschäftstätigkeit durch einen neu zu gründenden Beirat. Außerdem soll die Verantwortlichkeit der Geschäftsleitung für die derzeitige Situation geprüft werden. Dem Geschäftsführer wurde die Entlastung für das Geschäftsjahr 2005 vorerst verweigert.