Der ADAC pocht auf deutlich schärfere und konsequentere Vorschriften für neue Abgastests, damit sich die Kluft zwischen Verbrauchswerten im Prospekt und auf der Straße schließt. "Die Politik ist gefordert, die Standards der neuen Messverfahren ab 2017 so strikt auszulegen, dass derartige ,Optimierungen' nicht mehr möglich sind", erklärte der Autofahrerclub gestern mit Blick auf die jüngsten Daten der Umweltorganisation ICCT. Aus diesen gehen massive Abweichungen von Real- und offiziellem Spritverbrauch und damit auch beim CO{-2}-Ausstoß hervor. Laut ICCT ist eine Ursache, dass Autobauer ihre zum Test geschickten Modelle mit Tricks wie speziellen Reifen dort besser dastehen lassen als im regulären Alltagsbetrieb - Schlupflöcher werden systematisch genutzt.

Vom kommenden Jahr an sollen unter anderem Straßenmessungen zum Abgasausstoß sowie überarbeitete Kriterien bei Prüfstandtests eingeführt werden. Aus Sicht des ICCT bergen aber auch neue Verfahren die Gefahr möglicher Schlupflöcher. Den eigenen "Ecotest" habe man bereits in Richtung realitätsnäherer Bedingungen verschärft, betonte der ADAC.

Unionsfraktionsvize Arnold Vaatz (CDU) sieht nach der Vorlage neuer Daten über deutlich erhöhte Verbrauchs- und CO{-2}-Werte von Fahrzeugen die Bundesministerien für Wirtschaft und Verbraucherschutz in der Pflicht. "Die Verbraucherschutzpolitik hat es bisher nicht geschafft, das systematische Fehlverhalten von Herstellern unter anderem bei Angaben zum Energieverbrauch einzudämmen", sagte Vaatz der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Das Verhalten der Hersteller verurteilte er als nicht akzeptabel.