"Wir sind vergangene Nacht durch Polizeibehörden anderer Bundesländer darauf aufmerksam gemacht worden, dass ein jugendlicher Flüchtling, der im Landkreis Uckermark untergebracht ist, wohl ganz offensichtlich einen Selbstmordanschlag in Berlin geplant hat", sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) in Potsdam.

Bekannt sei eine Whats-App-Nachricht an die Mutter des Jugendlichen "aus der ganz unzweifelhaft seine Absicht hervorging, und er hat sich auch gegenüber anderen entsprechend geäußert", sagte Schröter. Demnach habe sich der Mann von der Familie verabschiedet und sei in den Dschihad ("Heiliger Krieg") eingetreten. Damit habe ein hinreichender Verdacht bestanden, dass der Syrer eine derartige Tat - vermutlich in Berlin - plane. Konkrete Anschlagspläne habe man aber bislang nicht gefunden, sagte der Sprecher des Potsdamer Innenministeriums, Ingo Decker, auf Nachfrage der RUNDSCHAU. Dennoch habe "alle Veranlassung" bestanden, einzuschreiten. Wie das Polizeipräsidium mitteilte, sei die Herkunft des Mannes noch nicht zweifelsfrei geklärt: Er sei nach bisherigen Erkenntnissen im Jahr 2015 unerlaubt nach Deutschland eingereist und hier inzwischen als Asylbewerber registriert. Seit 2016 ist er in dem Heim in der Uckermark untergebracht.

In Brandenburg gibt es nach Ministerumsangaben eine zweistellige Zahl von Islamisten, die von den Behörden als Gefährder eingestuft werden. Die weitaus meisten allerdings stammen aus der russischen Kaukasus-Republik Tschetschenien, wo sie vergeblich für ein "Kalifat" kämpften. Ein jugendlicher syrischer Terrorist erscheint daher aus Sicht der Ermittler zumindest untypisch.

In Brandenburg leben die meisten der verächtigen Tschetschenen in Fürstenwalde (Oder-Spree) - und nicht in der Uckermark, die bislang eher als beschauliches Reiseziel für Berliner Wochenendurlauber und nicht als Unterschlupf für Terroristen galt.