Manche Kritiker halten die Bestimmung deshalb für einen „Gummiparagrafen“. Auch das Werben für eine terroristische Vereinigung ist strafbar.

Eine terroristische Vereinigung ist nach der Rechtsprechung ein auf längere Dauer angelegter, organisierter Zusammenschluss von mehr als zwei Personen mit dem Ziel, terroristische Straftaten zu begehen. Darunter fallen zunächst besonders schwerwiegende Taten wie Mord, Totschlag, Völkermord oder Geiselnahmen, und zwar unabhängig von den damit verfolgten Zwecken; des Weiteren eine Reihe von gemeingefährlichen Taten wie Brandstiftung, wenn damit eine im weitesten Sinne politische Zielsetzung verbunden ist: Etwa, die Bevölkerung einzuschüchtern oder Grundstrukturen eines Staates oder einer internationalen Organisation zu beseitigen. Für die Strafbarkeit kommt es nicht darauf an, ob die beabsichtigen Taten ausgeführt wurden.

Nach den Anschlägen vom 11. September im Jahr 2001 wurden die Terrorgesetze in Deutschland verschärft. Seither sind auch Mitglieder und Unterstützer terroristischer Vereinigungen im Ausland strafbar. Wenn es um terroristische Vereinigungen geht, ist die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe als Ermittlungsbehörde zuständig.