Ein Attentäter hatte sich zuvor während des schiitischen Aschura-Festes in Kabul in die Luft gesprengt. Auch zu einem zweiten Anschlag in Masar-i-Scharif mit vier Toten bekannte sich die pakistanische Organisation. Ihr werden Kontakte zu Al Qaida und den Taliban nachgesagt. Die sunnitische Terrorgruppe Lashkar e-Jhangvi al-Alami wurde in der Vergangenheit für Dutzende Anschläge auf Schiiten in Pakistan verantwortlich gemacht. Übergriffe auf das Nachbarland Afghanistan waren bislang nicht bekannt.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte noch am Dienstagmorgen bei einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin betont, ohne Unterstützung Pakistans sei kein Friedensprozess in Afghanistan möglich.

„Sowohl Afghanistan als auch Pakistan haben eine ganze Reihe sehr schwerwiegender Konsequenzen erfahren müssen aufgrund terroristischer Gewaltakte“, sagte er. Es gebe in Sicherheitsfragen einen engen Zusammenhang.

Kanzlerin Merkel sagte als Reaktion auf die Anschläge: „Wir müssen weiter hart arbeiten, um die Sicherheit in Afghanistan gewährleisten zu können.“ Es könne nur eine politische Lösung geben. Dazu gehöre für sie ein Versöhnungsprozess mit gemäßigten Taliban. Merkel versicherte: „Deutschland fühlt sich für das Schicksal Afghanistans verantwortlich.“