Die Terrorangst hat Deutschland erreicht: Wegen eines drohenden Sprengstoffattentats von Islamisten ist das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande in Hannover am Dienstagabend kurzfristig abgesagt worden. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sprach am Abend von einer Gefährdung, ohne konkrete Hintergründe zu nennen. Die Absage vier Tage nach den verheerenden Terrorangriffen in Paris sei auf seine Empfehlung erfolgt, sagte De Maizière bei einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz in Hannover.

Nach Informationen der "Bild" erhielten die Sicherheitsbehörden vor der Absage mehrere Hinweise auf Anschlagspläne. Zunächst habe es Anzeichen gegeben, dass eine Gruppe um einen namentlich bekannten Nordafrikaner einen Anschlag planen könne. Es sei konkret von Sprengmitteln, Sprengstoffgürteln, automatischen Waffen und Sprengsätzen an den Zufahrtswegen die Rede gewesen. Dann habe der französische Geheimdienst auf einen irakischen Schläfer hingewiesen, der einen Anschlag auf das Freundschaftsspiel geplant haben solle.

Nach der Absage wurde das Stadion evakuiert. Die deutsche Nationalmannschaft wurde an einen sicheren Ort gebracht. Der Teambus war auf dem Weg ins Stadion von der Polizei gestoppt worden, wie DFB-Pressechef Jens Grittner bestätigte.

DFB-Interimspräsident und Ligapräsident Reinhard Rauball hat offen gelassen, ob am Wochenende in der Bundesliga wie geplant gespielt wird. "Darüber denken wir natürlich nach", sagte Rauball auf die Frage, welche Auswirkung die Vorkommnisse auf das Liga-Wochenende haben. Sport Seite 21