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Terror in Eisenhüttenstadt? – Ermittler prüfen Anklage

Ein Polizei-Spezialeinsatzkommando nahm den Mann vor einem Jahr in Eisenhüttenstadt fest.
Ein Polizei-Spezialeinsatzkommando nahm den Mann vor einem Jahr in Eisenhüttenstadt fest. FOTO: dpa
Eisenhüttenstadt/Frankfurt (Oder). Ein Jahr nach der Festnahme von zwei Terrorverdächtigen aus Eisenhüttenstadt, die sich über die Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags ausgetauscht haben sollen, sind die Ermittlungen der Polizei abgeschlossen. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Mittwoch auf Anfrage mit.

Nun werde die Behörde prüfen, ob Anklage erhoben wird. Das werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Mitte August 2016 hatte in der Kleinstadt im Oder-Spree-Kreis Entsetzen geherrscht, als ein Spezialeinsatzkommando der Polizei einen damals 27-Jährigen festnahm. Nach damaligen Polizeiangaben soll der zum Islam konvertierte Deutsche Sympathien für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gehegt haben. Einen weiteren 30-Jährigen aus seinem Umfeld hatten Sicherheitskräfte wenig später in Gewahrsam genommen. Im Vorfeld hatte es einen Hinweis aus der Bevölkerung gegeben.

Die Polizei fand bei dem 27-Jährigen Feuerwerk. Nach damaligen Ermittlerangaben lagen keine konkreten Pläne oder tatsächlichen Vorbereitungen der beiden für einen Anschlag an einem bestimmten Ort vor. Die Polizei wertete im Laufe der Ermittlungen unter anderem Han-dydaten aus.

Beide Männer sind nicht in Untersuchungshaft. Gegen den 30-Jährigen war damals der Haftbefehl sofort außer Vollzug gesetzt worden. Der 27-Jährige saß vorübergehend im Gefängnis. Die Haftbefehle wurden im vergangenen Herbst aufgehoben, weil nach Angaben der Staatsanwaltschaft keine Verdunkelungsgefahr mehr gesehen wurde.