Für breite Empörung sorgte gestern eine öffentliche Erklärung von Schoeneich und der Stadtverordnetenversammlung, in der Polizei, Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz vorgeworfen wird, die Templiner Kommunalpolitik "in den letzten Jahren" über das "Treiben einiger weniger Rechtsradikaler und deren Straftaten völlig im Unklaren gelassen" zu haben. Man fühle sich daher jetzt "zu Unrecht" als "ahnungslos" und "inaktiv" gebrandmarkt, heißt es in dem Papier.
Diesen Templiner Umgang mit dem Problem kritisierte gestern Heilgard Asmus, Generalsuperintendentin in Cottbus und neue Vorsitzende des Landes-Aktionsbündnisses gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit, scharf: "Wer verantwortungsbewusst handelt, ist verpflichtet, sich selbst zu informieren", sagte Asmus der RUNDSCHAU. "Wer informiert werden will, erst Recht als Amtsträger, erhält auch Informationen. Und gute Kommunalpolitik kennt die Situation vor Ort ohnehin selbst am besten."
Den Templiner Vorwurf mangelnder Information wiesen Innenministerium und Justiz "mit Nachdruck" zurück. Der Sprecher des Innenministeriums Geert Piorkowski nannte die Kritik unverständlich, da die Polizei eng mit der Stadtverwaltung zusammenarbeite und sich regelmäßig über das Lagebild - auch im Kampf gegen rechts - austauschten.