Die Interessen der fünf Veto-Mächte gehen in dieser Frage auseinander:
USA: Washington droht dem Iran seit Langem mit Konsequenzen. Die Regierung von Präsident George W. Bush hat immer wieder betont, dass auch ein militärisches Eingreifen möglich sei. Dies gilt allerdings als unwahrscheinliche Option, da die Kräfte der US-Armee in Afghanistan und im Irak gebunden sind. Realistisch geworden sind mit der Anrufung des Sicherheitsrats diplomatische Sanktionen, die sich zunächst gegen die iranische Führung richten könnten. Auch ein Handelsembargo, das vor allem die iranische Ölwirtschaft treffen würde, wäre möglich, würde aber auch die Weltwirtschaft und damit die USA selbst treffen.
Frankreich und Großbritannien: Die EU hatte anfangs nicht auf Sanktionen im UN-Sicherheitsrat gedrängt. Statt- dessen nahmen Frankreich, Großbritannien und Deutschland im Namen der EU Verhandlungen auf. Dem Iran wurden wirtschaftliche Hilfen angeboten; Teheran sollte im Gegenzug sein Atomprogramm aufgeben. Nachdem ein letzter Verhandlungsversuch vergangene Woche gescheitert war, ist nun der Sicherheitsrat gefragt. Zur Frage, ob die EU nun auch Sanktionen befürworten würde, hat sich Brüssel noch nicht geäußert.
Russland : Im Herbst schaltete sich die Regierung in Moskau mit einem Kompromissvorschlag ein: Der Iran soll das Recht auf ein ziviles Atomprogramm erhalten. Um zu verhindern, dass Teheran parallel Atomwaffen entwickelt, soll der für den Bombenbau entscheidende Arbeitsschritt der Urananreicherung in Russland erfolgen. Die von den USA, der EU und China unterstützten Verhandlungen blieben bislang erfolglos. Obwohl Russland zwischenzeitlich auf Distanz zu Teheran ging, setzt es weiter auf Verhandlungen, denn das Land macht lukrative Geschäfte mit dem Iran, unter anderem beim Bau des Atomkraftwerks in Buschehr. Eine militärische Lösung schließt Russland aus.
China : Peking hat sich aus den Verhandlungen bisher weit gehend herausgehalten, unterstützt aber den russischen Kompromissvorschlag. Auch für China stehen handfeste Wirtschaftsinteressen im Mittelpunkt. Das Land ist wegen seiner boomenden Wirtschaft auf wachsende Importe von Öl und Gas angewiesen. Der Iran ist dafür eine wichtige Bezugsquelle. Anfang Februar stimmte China im IAEA-Gouverneursrat für die Einschaltung des Sicherheitsrats. (dpa/uf)