Das hoch verschuldete Italien befindet sich noch immer in einer schwierigen Phase. Die Italiener wählen am 24. und 25. Februar ein neues Parlament.

Mario Monti gilt in jeder Hinsicht als Anti-Berlusconi. Und es ist ihm gelungen, das Krisenland Italien in 13 Monaten als eingesetzter Regierungschef und Reformer ein Stück weit auf Vordermann zu bringen. Mit einer harten Spar- und Steuerpolitik beruhigte er die Finanzmärkte und brachte Italien neues Vertrauen. Der Technokrat Monti tritt deshalb ab, weil Silvio Berlusconi ihm im Parlament die Unterstützung entzogen hatte.

Der schmale 69-Jährige mit den grauen Haaren und der Brille steht für Wirtschafts- und Finanzexpertise, für Bildung, gute Manieren und wenig Lärm. Parteipolitische Machtspiele seien dem international geachteten Akademiker ein Graus, heißt es. Kurz: Monti verkörpert ein anderes Italien, das mit der Bunga-Bunga-Ära von Silvio Berlusconi nichts zu tun haben will. Diesem hatte er vorgeworfen, "sich niemals wirklich für Wirtschaftspolitik interessiert zu haben".

1943 im norditalienischen Varese geboren, studierte der parteilose Monti in Mailand und an der renommierten Yale-University im US-Bundesstaat Connecticut. Als Professor arbeitete er in Mailand, Trient und Turin. Als EU-Kommissar für Wettbewerb und den Binnenmarkt machte er sich einen Namen als streitbarer Mann, der keinem Konflikt aus dem Weg geht. Das brachte ihm in Brüssel, wo er von 1995 bis 2004 arbeitete, auch den Beinamen "Super-Mario" ein. International ist der Vater zweier Kinder auch aufgrund seiner wettbewerbsrechtlichen Positionen angesehen. In kartellrechtlichen Streitigkeiten zwang der Mann aus der Lombardei den Softwarekonzern Microsoft dazu, klein beizugeben. Als Regierungschef kritisierte er die harte deutsche Haltung in der EU-Schuldenkrise.