Nach langer und inhaltlich detailreicher Diskussion beschlossen die Kreistagsmitglieder zwar die neue Regelung, befristeten sie aber auf ein Jahr.

Damit soll die Entwicklung am künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld abgewartet und die Möglichkeit für Nachbesserungen offen gehalten werden. Im Kern geht es darum, dass Fluggäste, die in Schönefeld und damit im Landkreis Dahme-Spreewald landen und nach Berlin gefahren werden, von Berliner und Dahme-Spreewälder Taxifahrern gleichermaßen gefahren werden. Für diese eine einheitliche Regelung zu finden, war das Bestreben der neuen Tarife. Die Dahme-Spreewälder Taxifahrer befürchten dadurch allerdings Umsatzeinbußen.

Jörg Habermann, zweiter Vorsitzender der Taxi-Union Königs Wusterhausen, wettert: "Hier werden uns unzumutbare Tarife von der Politik aufgedrückt." Die Taxi-Union Königs Wusterhausen vertritt zahlreichen Firmen im Landkreis. Monatliche Einbußen von "bis zu zehn Prozent", so Habermann, werden befürchtet.

Für Hans-Joachim Kühn aus Königs Wusterhausen ist die Strecke vom Flughafen Schönefeld nach Berlin die Haupteinnahmequelle. Seit 42 Jahren fährt er Taxi. "Der Landrat bestimmt hier über unsere Tarife", schimpft Kühn. Für ihn bedeute das ein Minus von monatlich etwa 150 Euro, ergänzt er.

Ähnlich sieht das auch der angestellte Taxifahrer Steffen Japke. "Ich arbeite jetzt schon 13 Stunden am Tag", sagt der 46-Jährige. Angesichts der Tariferhöhung und der gestiegenen Kosten überlegt er, seinen Job an den Nagel zu hängen.

Drinnen im Saal machen es sich die Kreistagsmitglieder wahrlich nicht leicht mit ihrem Beschluss, für den vor allem Dezernent Wolfgang Schmidt (SPD) die Vorlage geliefert hatte. Auch er sei kein Freund davon, Preise festzulegen, ließ er Verständnis für die Argumente der Taxi-Fahrer durchblicken. Und doch: Im Sinne des Fahrgastes seien einheitliche Regelungen wünschenswert. Zwei Jahre hatten die Verhandlungen mit den Berlinern gedauert, um annähernd einen Kompromiss herzustellen.

Diesen beschloss der Kreistag am Ende mit großer Mehrheit bei fünf Gegenstimmen unter der Auflage, ihn auf ein Jahr zu befristen und dann zu überprüfen.