Nach dem Willen der Grünen soll Brandenburg sofort seine Pläne für den neuen Tagebau "Jänschwalde-Nord" stoppen. Hintergrund sind laut "Frankfurter Allgemeiner" Informationen aus Branchenkreisen, dass Vattenfall zwei Blöcke im Kraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße) bis 2018 stilllegt. Der schwedische Konzern selbst will sich aller Voraussicht nach erst am Montag hierzu äußern. Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) stellt sich jedoch gegen ein vorzeitiges Aus der Braunkohle im Land.

Für die energiepolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Heide Schinowsky, ist klar, dass jegliche Begründung für den Bedarf eines neuen Tagebaus in der Lausitz jetzt entfallen sei. Sie sagt: "Die Zitterpartie für die Menschen in den von der Abbaggerung bedrohten Lausitzdörfern muss endlich ein Ende haben."

Auch die Braunkohle-Konzerne RWE und Mibrag haben angekündigt, von 2016 an schrittweise Kraftwerksblöcke vom Netz zu nehmen und nach einer Übergangszeit als Sicherheitsreserve endgültig stillzulegen. Darauf hatten sich die drei mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) verständigt. Mit der Stilllegung sollen die Klimaschutzziele bis zum Jahr 2020 erreicht und der Ausstoß von Kohlendioxid weiter reduziert werden. Als Gegenleistung erhalten die Konzerne über sieben Jahre jeweils 230 Millionen Euro.

"Über den Sofort-Ausstieg diskutiert niemand", sagt Axel Kruschat vom Brandenburger Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Jedoch würden in der Lausitz keine neuen Tagebaue benötigt.