Dellmann zog am Montag in Potsdam eine Bilanz der bisherigen Umsetzung des vom Bund finanzierten Programms „Stadtumbau Ost“. „Trotz des erfolgreichen Stadtumbaus in Brandenburg muss das Programm weitergehen“, sagte der Minister. Der Bund habe eine weitere Förderung zwar zugesagt, noch liefen aber Gespräche über die Höhe.Seit 2002 wurden nach Ministeriumsangaben in 33 brandenburgischen Städten rund 47 000 Wohnungen mit Hilfe von Fördermitteln abgerissen. Schwerpunkte lagen in Cottbus, Frankfurt (Oder) und Schwedt (Oder), wo jeweils über 5000 Einheiten „zurückgebaut“ wurden. Bis zum Jahr 2013 sollen nun weitere 15 000 Wohnungen verschwinden. In 86 Prozent der Fälle handelte es sich um Plattenbaugebiete, in sechs Prozent allerdings um Altstadt oder Gründerzeitviertel. „Das waren Einzelfälle, die so marode waren, dass eine Sanierung keinen Sinn gemacht hätte“, stellte Dellmann fest.

Im gesamten Zeitraum bis 2013 fördern Bund, Land und Kommunen den Stadtumbau mit rund 413 Millionen Euro. Knapp die Hälfte der Mittel fließen in den Abriss von Wohnungen, die andere Hälfte hauptsächlich in Sanierungsvorhaben und teilweise auch in Infrastrukturprojekte.

Ziel des Stadtumbaus ist, den Leerstand zu senken. Im Jahr 2002 standen rund 164 000 Wohnungen in Brandenburg leer. Bis 2010 kann diese Zahl durch Abriss auf 134 000 verringert werden. Zusätzlich zum ursprünglich erwarteten Leerstand von 124 000 sind darin 10 000 Einheiten enthalten, die aufgrund des Bevölkerungsrückgangs leer stehen. Ohne weitere Förderung des Rückbaus erwartet das Ministerium für das Jahr 2020 einen Leerstand von 154 000 Wohnungen.

Für die Zukunft ist es laut Dellmann wichtig, auch privaten Eigentümern finanzielle Anreize für Abriss oder Sanierung zu bieten. Bisher wurden vor allem Kommunen und Wohnungsbaugenossenschaften gefördert. Außerdem erwartet der Minister, dass es zum Abriss von bereits modernisierten Gebäuden kommen kann. „In fünf bis zehn Jahren kann das passieren, wenn es für ein einzelnes Objekt keine sinnvolle Nutzung gibt.“