"Allein im Zuständigkeitsbereich der früheren Landesversicherungsanstalt (LVA) herrscht Unklarheit über die Rentenansprüche von 173 000 der rund 1,2 Millionen Versicherten." Kleuß mahnte zur Eile. Am 31. Dezember 2006 ende die Verpflichtung für Arbeitgeber, Lohnunterlagen aus DDR-Zeiten aufzubewahren.
"Das wichtigste Dokument zu Klärung vor der Wende erworbener Rentenansprüche ist der grüne Sozialversicherungsausweis", sagte Kleuß. Darin wurden sämtliche Beschäftigungsverhältnisse, aber auch andere Zeiten der Rentenanwartschaft festgehalten. Die meisten Versicherten könnten dieses Dokument auch noch vorlegen. Sollte es verloren gegangen sein, bleibe die Suche nach alten Lohnunterlagen. "Das ist manchmal Detektivarbeit", meinte Kleuß. Die Unterlagen nicht mehr existierender Betriebe könnten bei Stadtverwaltungen archiviert sein, bei Finanzämtern oder bei Steuerberatern.
"Wenn jemand keine Unterlagen vorlegen kann, bleibt die Möglichkeit der Glaubhaftmachung etwa durch frühere Arbeitskollegen oder durch Verdienstnachweise aus anderen Jahren als der fraglichen Zeit." In diesem Fall sinke jedoch die Höhe der Rente um ein Sechstel. Einbußen drohen auch, wenn sich die Versicherten trotz Erinnerung nicht zur Klärung ihrer Konten melden. "Dann stellen wir die Verdiensthöhe von Amts wegen fest", sagte Kleuß. Nach ihren Worten hat der LVA-Nachfolger bislang landesweit 300 000 Rentenbescheide für Brandenburger bis zum Geburtsjahrgang 1977 erstellt. (dpa/mb)