"Wir sind sehr zufrieden mit der Beteiligung und haben ein deutliches Zeichen gesetzt", sagte der Vorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, am Mittwoch in Dresden. Während der Lehrerverband von insgesamt 15 000 Teilnehmern sprach, meldete die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) 18 000 Beschäftigte, die in Dresden, Leipzig und Chemnitz auf den zentralen Kundgebungen protestiert hätten. "Wenn dieses Zeichen dem Finanzminister nicht reicht, werden wir in weiteren Kampfaktionen noch deutlicher werden", sagte ein GEW-Sprecher.

An etwa 75 Prozent der Schulen im Freistaat gab es den Angaben zufolge keinen regulären Unterricht. Der Lehrerverband hatte mehr als 40 Busse organisiert, um Lehrer aus ganz Sachsen zu einer zentralen Kundgebung vor dem Dresdner Finanzministerium zu bringen, darunter auch eine Lehrerin vom Herdergymnasium in Pirna. "Den Luxus, uns nicht zu verbeamten, hat sich Sachsen geleistet. Jetzt muss die Regierung damit rechnen, dass wir für unsere Rechte kämpfen", sagte sie.

Während die meisten Lehrer mit Plakaten, bunten Luftballons und Trillerpfeifen ihrem Unmut Luft machten, hatten einige Forstwirte sogar ihre Kettensägen dabei. Immer wieder ließen sie die Geräte vor dem Ministerium lautstark aufheulen. "Gute Leistung braucht Anerkennung", forderte Weichelt. Attraktive Arbeitsbedingungen seien die beste Werbung für den Lehrerberuf in Sachsen. "Lehrernachwuchs gewinnt man nicht, indem man seine Lehrer schlechter eingruppiert, nicht verbeamtet und sie als Kostenfaktor betrachtet", hieß es. Die Lehrer werfen den Arbeitgebern vor, Einschnitte bei der Altersvorsorge anzustreben.

Die Gewerkschaften fordern unter anderem 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 175 Euro mehr. Den Lehrern geht es zudem um eine tarifliche Eingruppierung.