Der Mann habe in der Vernehmung gestanden, in der Nacht zum 1. Oktober Brandsätze gegen das Heim für minderjährige Flüchtlinge geworfen zu haben, sagte Nolte. Der Mann habe erklärt, es habe keine Mittäter gegeben, so Nolte. Als Motiv gab er eine fremdenfeindliche Gesinnung an. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung hatten die Ermittler am Dienstag umfangreiches Beweismaterial sichergestellt.

Nach Angaben der Ermittler gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass der Mann an weiteren Anschlägen, wie etwa an dem Sprengstoffanschlag auf einen Jüterboger Flüchtlingstreff im November 2015, beteiligt war. Die Ermittlungen zu dem Anschlag laufen laut Staatsanwaltschaft weiter. Bislang konnte kein Tatverdächtiger gefasst werden. Wie die Polizei berichtete, kamen die Ermittler dem 20-Jährigen durch einen Zeugen auf die Spur. Dieser habe gesehen, wie der Tatverdächtige kurz vor dem Brand mit einem Benzinkanister in Richtung Tatort ging.

Der Mann bleibt auf freiem Fuß. Das Amtsgericht Luckenwalde habe den beantragten Haftbefehl abgelehnt, weil keine Fluchtgefahr bestehe, sagte Nolte. Die Staatsanwaltschaft prüfe nun, Rechtsmittel dagegen einzulegen.

Zum Thema:
Die Zahl der fremdenfeindlichen Angriffe auf Flüchtlinge ist in Brandenburg weiter gestiegen. In den ersten neun Monaten 2016 seien 228 Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte sowie weitere rassistische Straftaten registriert worden, teilte die Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken mit. Im gesamten Vorjahr waren es 141. Erschreckend sei die steigende Zahl von Körperverletzungen. "70-mal wurden in Brandenburg in diesem Jahr Geflüchtete verletzt oder schwer verletzt", so die Abgeordnete Andrea Johlige.