Tarnkennzeichen aus Sicherheitsgründen, damit beispielsweise der Innenminister oder Ministerpräsident nicht von einem Bösewicht gezielt aus einer Kolonne herausgepickt werden können. Doch dieses Privileg ist bald perdu. Ab 12. April dürfen alle Brandenburger an ihrem Auto ein Nummernschild führen, das keinen direkten Hinweis mehr auf ihre Herkunft gibt. Wenn sie umziehen, dürfen sie einfach ihr altes Nummernschild behalten. Mal sehen, ob sich ein Nummernschild-Tourismus entwickelt. BAR-BI etwa für blonde Cabrio-Fahrerinnen, LOS-ER für Zeitgenossen, die sich selbstbewusst auf die Seite der Verlierer schlagen oder aber MOL-LE für Bierliebhaber. Zwanzig Jahre mussten die Brandenburger auf den ersten Spatenstich für ihr neues Landtagsgebäude warten. Doch der Auftakt war getrübt. Die Schlossherren von heute sind die Landtagsfraktionen, und zumindest die regierenden roten Barone von SPD und Linken mussten sich unschöne Sprechchöre anhören, wie "Stasi raus". Was der Baubeginn des voraussichtlich 120 Millionen Euro teuren Gebäudes mit der Stasibelastung einiger Landtagsparteien zu tun hat, erschloss sich jedoch nicht. Die Hoffnung, dass der neue Landtag 2013 tatsächlich ohne stasibelastete Abgeordnete umzieht, ist indes kaum realistisch. Die meisten belasteten Politiker sind zu jung, um schon in Rente zu gehen. Dass die gerade eingerichtete Enquetekommission zur Aufarbeitung der Nachwendejahre nur Jubelarien auf alle bislang an den Regierungen beteiligten Parteien singen wird, ist kaum wahrscheinlich. Und vielleicht löst das eine neue Debatte darüber aus, dass jene von damals eigentlich nie weg waren und längst wieder an den Schalthebeln der Macht sitzen.