Das bestätigte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam am Nachmittag. Erst am Karfreitag - vor nicht einmal zwei Wochen - waren drei Bundeswehrsoldaten bei einem Feuergefecht mit Taliban in der Provinz Kundus getötet und acht verletzt worden. Die Bundesregierung und alle Bundestagsparteien reagierten bestürzt auf den Vorfall.Von Raketen überraschtVerteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der in den vergangenen Tagen die deutschen Truppen in Afghanistan besucht hatte, sagte in Termes in Usbekistan, er sei tieftraurig über die Nachricht von den getöteten und verwundeten Soldaten. Der Minister, der auf dem Rückweg nach Deutschland in Usbekistan zwischengelandet war, wollte mit Generalinspekteur Volker Wieker nach Afghanistan in den deutschen Standort Masar-i-Scharif zurückkehren, "um bei unseren Soldaten zu sein". Der Minister hatte zum Zeitpunkt des Vorfalls das deutsche Feldlager im nordostafghanischen Feisabad besucht - und war damit nicht unmittelbar in der Region des Gefechts.Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos sagte, die Soldaten seien gegen Mittag deutscher Zeit auf Patrouille von einem Raketenangriff überrascht worden. Ob es auch unter den Taliban Verletzte oder Tote gab, wisse man noch nicht. Die deutschen Soldaten starben etwa 100 Kilometer südlich der Stadt Kundus in der Provinz Baghlan, die an die Unruheprovinz Kundus angrenzt.Die Soldaten kamen aus verschiedenen Einheiten in Deutschland. Unter den fünf Verwundeten seien zwei Schwerverletzte. Einer von ihnen werde in Kundus, die anderen vier im Feldlager Masar-i-Scharif behandelt. Ein Ministeriumssprecher sagte, die militärische Operation gehe weiter.Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wollten die Soldaten Taliban von einer Brücke in der Nähe der Stadt Baghlan vertreiben, als die Rakete ihr gepanzertes Fahrzeug vom Typ Eagle IV traf. Unklar ist, wie viele der getöteten und verwundeten Soldaten sich in dem Fahrzeug befanden. Am Vormittag hatte das Verteidigungsministerium als Reaktion auf die verschärfte Sicherheitslage weitere 60 Fahrzeuge dieser Bauart bestellt.Außenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich bestürzt und erklärte, der Angriff treffe "alle Deutschen". "Wir stehen in diesem schweren Moment vereint hinter den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die in Afghanistan ihr Leben einsetzen, um auch unsere Freiheit zu verteidigen."Nötige Waffen gefordert Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wollte sich am frühen Abend deutscher Zeit während ihrer USA-Reise zu dem tödlichen Angriff äußern. In der vergangenen Woche hatte sie am Begräbnis der drei am Karfreitag getöteten Soldaten teilgenommen - es war das erste Mal, dass sie bei einer solchen Trauerfeier zugegen war. Der Bundeswehrverband verlangte, die Soldaten rasch mit den nötigen Waffen auszurüsten. "Es macht uns alle sehr betroffen, dass es erst des Todes und schwerer Verwundungen weiterer Kameraden bedurfte, um diesen überfälligen Schritt zu gehen", so der stellvertretende Bundesvorsitzende Wolfgang Schmelzer. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff vom Donnerstag. dpa/jc