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Taliban drohen mit Anschlägen zur Wahl

Wahlkampf in Afghanistan – Präsidentschaftskandidat Aschraf Ghani wirbt bei einer Veranstaltung um Zustimmung. Der frühere Finanzminister wurde bei den Wahlen im Jahr 2009 nur Vierter.
Wahlkampf in Afghanistan – Präsidentschaftskandidat Aschraf Ghani wirbt bei einer Veranstaltung um Zustimmung. Der frühere Finanzminister wurde bei den Wahlen im Jahr 2009 nur Vierter. FOTO: dpa
Kabul. Die Taliban haben massive Anschläge auf die Präsidentenwahl in Afghanistan in knapp vier Wochen angedroht. "Wir haben allen unseren Mudschaheddin befohlen, diese bevorstehenden fingierten Wahlen mit aller ihnen zur Verfügung stehenden Kraft zu stören", teilten die Aufständischen am gestrigen Montag mit. dpa/bl

Die Wahl sei eine "Scharade" und bereits vom US-Geheimdienst CIA und Pentagon entschieden worden. Stimmabgabe und Teilnahme an der Wahl werde als Unterstützung der "Ungläubigen" angesehen. Wer sich an der Abstimmung am 5. April beteilige, sei selber für die Folgen verantwortlich.

Die radikalislamischen Taliban erklärten mit Blick auf das Auslaufen des Nato-Kampfeinsatzes Ende 2014, die USA und ihre Verbündeten würden dann die Flucht ergreifen, nachdem ihnen die Besatzung Afghanistans nicht gelungen sei. Durch das Einsetzen eines US-freundlichen Staats- und Regierungschefs wolle Washington sich indirekte Herrschaft sichern und die "heldenhafte afghanische Nation versklaven".

Präsident Hamid Karsai darf bei der Wahl nach der Verfassung nicht für eine dritte Amtsperiode kandidieren. Insgesamt bewerben sich nach dem Rückzug eines Karsai-Bruders noch zehn Kandidaten. Sollte am 5. April keiner von ihnen eine absolute Mehrheit erlangen, ist für den 28. Mai eine Stichwahl geplant. Die Taliban hatten bereits 2004 und 2009 versucht, die Präsidentenwahlen gewaltsam zu verhindern. Sie waren damit aber gescheitert. Alle Bemühungen Karsais um einen Friedensprozess mit den Taliban sind erfolglos geblieben.

Bei einem Bombenanschlag in der westafghanischen Provinz Herat wurden am Montag zwei Polizisten getötet. Fünf Zivilisten und zwei Polizisten seien verwundet worden, als ein an einem Motorrad versteckter Sprengsatz detonierte, wie die Polizei mitteilte.