Auch Rico Bogacz und Melanie Rotsch werden dann wieder mit dabei sein: Die Presseverantwortlichen der Brandenburger Piraten haben in diesem Jahr die Parteitage aller im Landtag vertretenen Parteien besucht. "Wir wollten gucken, wie die Pressebetreuung bei den anderen Parteien läuft", sagt Rico Bogacz. "Und wir wollten Leute kennenlernen und Kontakte aufbauen."

Mit ihren Laptops saßen die beiden Piraten zwischen den Journalisten. Von den Parteitagen twitterten sie ihre Eindrücke - ob das W-Lan funktioniert, was der Redner gerade sagt, und wie die Stimmung ist. "Vor allem bei den Grünen sind wir sehr freundlich begrüßt worden", sagt Bogacz. Bei der SPD war der Empfang dagegen eher kühl. "Mir persönlich ist aufgefallen, dass sich vor allem die SPD sehr viel Zeit für Grundsatzreden nimmt - Platzeck sprach beim Landesparteitag über eine Stunde."

Doch auch für einen Smalltalk etwa mit der stellvertretenden Regierungssprecherin Gerlinde Krahnert fand sich in Luckenwalde Zeit. Sie lud die Piraten gleich zu ihrer eigenen Partei nach Frankfurt (Oder) ein. "Darauf freue ich mich", sagt Melanie Rotsch. "Denn das Gespräch mit ihr war wirklich nett."

Rotsch achtete bei den Parteitagen auch auf die äußeren Gege-benheiten: "Die FDP hat zum ersten Mal versucht, ihre Versammlung im Internet zu streamen - und uns haben andere Piraten von einer wirklich guten Qualität berichtet", sagt die Beobachterin. "Dagegen waren die Toiletten im Keller und nur über Treppen zu erreichen: Barrierefrei war der Saal in Werder nicht."

Gespannt ist Melanie Rotsch nun auf das Messegelände in Frankfurt an der Oder. "Da wird der Saal ja wohl groß genug sein - bei der CDU in Potsdam war alles etwas eng", erinnert sie sich. "Dafür war dort das Catering perfekt." Und auch das höhenverstellbare, barrierefreie Rednerpult der Grünen gefiel der Brandenburger Piratin. Welche Impulse die eigene Partei in den nächsten Monaten von den Parteitagen der anderen übernimmt, wird sich dagegen noch zeigen - "das werten wir jetzt aus."

P.S.: Adventliche Grüße gab es in diesen Tagen von einem Brandenburger Unternehmen: Ein mit Schokolade gefüllter Adventskalender erreichte Potsdamer Journalisten. Doch dann kam die Stiftung Warentest und untersuchte die Schokokalender auf Mineralölrückstände. Was den edlen Spender anregte, einige Tage später eine Mail mit einem angehängten Schreiben des Adventskalenderherstellers zu verschicken: "Unser Kalender ist frei von Rückständen." Na dann: Guten Appetit!