Bis zu einer Milliarde Tonnen Braunkohle sollen laut polnischen Behörden im Gebiet rund um Gubin liegen. Grund genug für den Investor Polska Grupa Energetyczna (PGE) dort einen neuen Tagebau zu eröffnen, in unmittelbarer Nähe zum Abbaugebiet Jänsch walde auf deutscher Seite der Neiße. Als ursprüngliches Startdatum wurde bisher das Jahr 2025 genannt. Ein Braunkohlekraftwerk sollte ab dem Jahr 2030 starten. Daraus wird nun wohl nichts.

Denn das Genehmigungsverfahren wurde ausgesetzt. Der polnische Energiekonzern müsse Unterlagen nachreichen, so die zuständige Regionaldirektion, und brauche dafür noch Zeit.

Bei Gegnern des Tagebaus löste das am Freitag Jubel aus. "Wenn der Konzern es bisher nicht geschafft hat, alle Unterlagen vorzulegen, wird er es in Zukunft auch nicht schaffen", erklärt Anna Dziadek von der lokalen Bürgerinitiative: "Das Thema ist gestorben." Von einer "guten Nachricht" für die von Umsiedlung bedrohten Anwohner spricht die Cottbuser Grünen-Abgeordnete Heide Schinowsky: "Und es ist eine gute Nachricht für den Klimaschutz, dass nun 17 Millionen Tonnen Braunkohle im Boden bleiben."

Ob der Tagebau damit endgültig gestoppt wurde, ist aber offen. Investor PGE erklärte am Nachmittag, dass man an dem Vorhaben festhalten und die nötigen Unterlagen beibringen wolle. Das Verfahren sei auf Wunsch von PGE ausgesetzt, betonte die Regionalbehörde. Die Dokumente müssten innerhalb von drei Jahren eingereicht werden, hieß es.