Bei der Dresdner Tafel suchen jetzt etwa 11 000 Menschen pro Woche Hilfe, 2006 waren es rund 9500. Rund 2200 Tonnen Brot, Joghurt, Käse und Wurst werden pro Jahr an Bedürftige verteilt. Wegen der Ferien bestellen die Supermärkte derzeit weniger Lebensmittel und geben daher auch geringere Mengen ab. „Wir haben weniger Obst und Gemüse als normalerweise“, sagt die Leiterin der Dresdner Tafel, Edith Franke.
Auch die Suppenküche der Dresdner Volkssolidarität wird von der Dresdner Tafel beliefert. Bis zu 30 warme Mahlzeiten bereiten sie täglich zu. Hier fehlen vor allem Molkereiprodukte. „Da kommt immer weniger bei uns an“, sagt die Leiterin Claudia Arnold.
In den sieben Ausgabestellen der Leipziger Tafel gibt es derzeit weniger frische Lebensmittel. „Bedürftige müssen wählen zwischen Wurst oder Käse, beides können sie im Moment nicht bekommen“, erklärt Leiterin Marion Krause. Auch frisches Obst sei Mangelware. Die Gemüseversorgung sei durch eigenen Anbau in Tafelgärten aber gesichert. Zurzeit könnten zudem keine Neuanmeldungen aufgenommen werden. „Die Warteliste ist sehr lang“, so Krause.
Die Chemnitzer Tafel erhält normalerweise pro Woche etwa 15 Tonnen Lebensmittelspenden, jetzt sind es rund 13 Tonnen. „In der Ferienzeit kalkulieren die Märkte knapper, da bleibt weniger für uns“, sagt Christiane Fiedler, Vorsitzende des Vereins. Auch die gestiegenen Dieselpreise machen dem Verein laut Fiedler zu schaffen. Mit Transportern fahren sie regelmäßig zu Supermärkten und Händlern, um Lebensmittel abzuholen.
Die Diakonie unterhält in Großenhain im Landkreis Meißen eine Tafel. Rund 2,5 Tonnen Lebensmittel werden pro Woche von Bäckern, Händlern und Supermärkten in der Region gespendet. „Das konnten wir in den letzten Jahren stabil halten“, sagt Leiter Rainer Fröhlich. Allerdings steigt die Zahl der Bedürftigen, bis zu 500 Familien kommen pro Woche. „Die Warendecke wird immer dünner.“
Bei der Oberlausitzer Tafel sind mehr als 16 500 Menschen registriert. Nach Angaben des Vereins spenden vor allem größere Lebensmittelmärkte. Aber auch kleinere Händler liefern Obst und Gemüse an die Tafeln.
Nach Angaben der größten deutschen Handelskette Edeka hingegen bleibt die Menge der gespendeten Lebensmittel in Sachsen auf dem gleichen Niveau, so Sprecherin Ulrike Schröter. Die gestiegenen Lebensmittelpreise hätten keinen Einfluss. (dpa/ig)