Abbas Ourmazd hatte einen ehemaligen Firmensprecher Meldungen über Millionenabfindungen für Manager dementieren lassen: Eine "Kompensation" in Höhe von drei Millionen Euro werde nur gezahlt, wenn die Vorstände ihre mehrjährigen Verträge noch bis zu Ende erfüllten. Die wütenden Reaktionen der Landespolitiker seien unverständlich, so der Ex-Sprecher. Der Liquidationsplan läßt jedoch keinen Zweifel: "Auf der Grundlage der gegenwärtig bestehenden rechtsgültigen Verträge werden die Abfindungszahlungen an die Vorstandsmitglieder mit drei Millionen Euro bewertet", heißt es. Ourmazd wolle offenbar bewusst in die Irre führen, kritisiert Müller. Bei der Durchsicht von Protokollen sei ihm aufgefallen, dass Ourmazd schon bei der Gründung der Chipfabrik-Firma desinformiert habe. A ls PDS-Abgeordnete hatte sich Esther Schröder auf CDU-Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß eingeschossen. Nach ihrem Wechsel zur SPD nimmt die energische Abgeordnete nun dessen schwächelnden Nachfolger Ulrich Junghanns ins Visier - so als säße sie noch auf der Oppositionsbank. In einer Pressemitteilung warf sie ihm "Selbsttäuschung im Amt" vor, weil Junghanns die inzwischen geschlossene Bran-denburger Auslandsplattform in Detroit als erfolgreich gerühmt hatte: Sie habe US-Investoren für die Ansiedlung in Brandenburg geworben. Doch Einzelheiten, so Schröders Vorwurf, halte er geheim. Anstoß nahm die Abgeordnete auch an der von Junghanns verkündeten angeblichen Erfolgsbilanz der Zukunftsagentur Brandenburg: Auch hier verweigere der Minister Informationen über die Verwendung und Effizienz von Fördergeldern.
In der CDU argwöhnt man, dass sich die SPD vor der Landtagswahl auf Junghanns einschießen wolle.