Die Ankunft weiterer Flüchtlinge stellt die Landesregierungen in Brandenburg und Sachsen vor neue Herausforderungen bei der behelfsmäßigen Unterbringung der Menschen. Am Samstag kamen in zwei Sonderzügen 436 Menschen an, sie sind in der Erstaufnahme Eisenhüttenstadt und in der Außenstelle in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) untergekommen. Für heute Morgen sei wieder ein Sonderzug aus Bayern angekündigt worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Ingo Decker.

Die Stadt Cottbus rechnet für heute mit mindestens 50 Flüchtlingen. Nachdem das Land angekündigt hatte, dass Cottbus Außenstelle von Eisenhüttenstadt wird, waren am vergangenen Donnerstag zwei Turnhallen mit rund 250 Plätzen eingerichtet worden. Cottbus soll bis zum Jahresende rund 1000 Flüchtlinge zusätzlich aufnehmen. Der Oberspreewald-Lausitz-Kreis rechnet mit 1400 Asylbewerbern, die in diesem Jahr ankommen werden. Deshalb wird für den Kreis eine zentrale Aufnahmestelle gesucht; auch am Lübbenauer Hafen sollen bis zu 50 Flüchtlinge vorübergehend in Ferienbungalows untergebracht werden.

In Sachsen wurden weitere Notquartiere in Betrieb genommen, darunter die Turnhalle einer Leipziger Kaserne, für bis zu 200 Flüchtlinge. Demonstranten für und gegen die Aufnahme von Asylbewerbern trafen am Samstag in Görlitz aufeinander. Laut Polizei wurden dabei zwei ihrer Beamten durch Böller verletzt.

Führende Politiker der Union, darunter Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), und aus der SPD rufen die Bundesregierung zum Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik auf: Sie verlangen Grenzen bei der Aufnahme. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lehnt eine Beschneidung des Asyl-Grundrechts ab, die in der CSU gefordert wird.

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